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Mehr als 10 Jahre ist es her, seit das erste Element der Internationalen Raumstation in den Weltraum entsendet wurde. Über 80 Prozent aller Hardware-Komponenten sind in der Zwischenzeit im Orbit, und nun wurde wieder ein bedeutender Schritt zur vollen Funktionsfähigkeit der Station erzielt:  Das Herstellen der nominellen Besatzungsstärke. Mit dem reibungslosen Start von Sojus TMA 15 am 27. Mai und dem erfolgreichen Anlegemanäver zwei Tage später verdoppelt sich die Stärke der permanent an Bord der Raumstation befindlichen Astronauten und Kosmonauten von drei auf sechs.

Weiterlesen: Volle Stärke

Launch Poster; Credit: ILSEine Trägerrakete des Typs Proton M Breeze M brachte am frühen Morgen des 16. Mai von Kasachstan aus einen Mehrzweck-Kommunikationssatelliten in den Orbit, der Rundfunk und Fernsehübertragungen direkt an Haushalte in Indien und Indonesien übermittelt, vorausgesetzt dass eine Empfangsantenne mit mindestens 65 Zentimetern Durchmessern  verfügbar ist.

Weiterlesen: Protostar 2 im Orbit

Fast exakt zur selben Minute in der 550 Kilometer über der Erde die beiden amerikanischen Astronauten John Grunsfeld und Andrew Feustel die Luftschleuse der Raumfähre Atlantis verließen um mit der Grundüberholung des Hubble-Space Telescops zu beginnen, startete vom europäischen Raumflughafen Kourou in Französisch Guyana eine Ariane 5 ECA. Sie beförderte die beiden Weltraumteleskope Herschel und Planck auf die Bahn zu einer Position im Weltraum, in der sie in vierfacher Mondentfernung neue Erkenntnisse über die Entstehung des Kosmos zur Erde übermitteln sollen.

Weiterlesen: Tag der Weltraumteleskope

Erneut wurde ein russisches Versorgungsraumschiff erfolgreich zur Internationalen Raumstation entsandt. Progress M-02M, das zweite Fahrzeug einer verbesserten Generation von Nachschubfahrzeugen verließ die Startrampe in Baikonur an der Spitze eines Sojus-U Boosters am 7. Mai um 20:37 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

Das beim Start exakt 7.119 Kilogramm schwere Raumschiff erreichte neun Minuten nach dem Start vom Weltraumbahnhof in Zentral-Kasachstan einen ersten Übergangsorbit. Unmittelbar danach entfalteten sich die 10 Meter weit spannenden Solargeneratoren und die Kommunikations- und Navigationsantennen.

Weiterlesen: Progress M-02M erreicht ISS

Erneut erfolgreicher Einsatz der zuverlässigen Delta 2-Trägerrakete. Am Dienstag dem 5. Mai brachte sie vom Startkomplex 2 der Luftwaffenbasis Vandenberg ein Raumfahrzeug mit der sperrigen Bezeichnung "Space Tracking and Surveillance System Advanced Technology Risk Reduction satellite" oder kurz "STSS-ATRR" in eine sonnensynchrone Polarbahn. Hauptaufgabe des Satelliten ist es, die Sensortechnologie zu erproben, die für das amerikanische Raketenabwehrprogramm benötigt wird.

Weiterlesen: US-Militär erprobt Abwehr-Technologie

Mit einer Vorankündigungszeit von weniger als 24 Stunden brachte China am 22. April einen militärischen Aufklärungssatelliten in den Orbit. Die Trägerrakete vom Typ "Langer Marsch 2C" verließ die Startrampe am Raumfahrtzentrum Taiyuan in der nordchinesischen Provinz Shanxi um 3:55 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Der Start verlief ohne Zwischenfälle und der Satellit mit der Bezeichnung Yaogan 6 erreichte wie vorgesehen seinen sonnensynchronen polaren Orbit in einer Höhe von rund 550 Kilometern.

Weiterlesen: China startet Militärsatelliten

Am 14. April, um 17:16 Uhr mitteleuropäischer Zeit begann auch für China das Raumfahrtjahr 2009. Beim ersten Start wurde mit einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch 3C (CZ-3C) der Navigationssatellit BeiDou-2 (auch: COMPASS-G2) in einen geostationären Transferorbit gebracht. Die Mission nahm am Weltraumbahnhof Xichang in der Provins Sichuan ihren Anfang. BeiDou-2 ist Chinas zweites Raumfahrzeug in der - nach seiner Fertigstellung - 30 Raumfahrzeuge umfassenden Compass-Konstellation. Damit liegt nun auch China, nach Russland und den USA bei der Errichtung eines Satellitennavigationsnetzes vor Europa, wo sich die ersten Starts der Einsatzsatelliten immer weiter verzögern.

Weiterlesen: China bringt Navigationssatelliten in den Orbit

Gestern habe ich über das politische Umfeld des versuchten nordkoreanischen Satellitenstarts berichtet. Heute nun die technischen Aspekte und die Bewertung des militärischen oder zivilen Status der Mission. 

Dazu gibt es jetzt, einige Tage nach dem Start, bei YouTube erste Filmaufnahmen, welche die bessere Interpretation einiger Engineering-Details zulassen. DigitalGlobe stellt außerdem noch einige sensationelle Fotos zur Verfügung,  (hier und hier) zur Verfügung - aufgenommen vom Satelliten WorldView1 - die den Start der Rakete von Musadan-Ri aus zeigen. Die Bilder sind schon deswegen so sensationell, weil die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet zum Startzeitpunkt einer der wenigen zivilen Erdbeobachtungssatelliten mit hohem Auflösungsvermögen genau über den Startort fliegt, fast so gering ist wie ein Haupttreffer im Lotto.

Weiterlesen: Hysterie um Taepodong (Teil 2)

Die Hysterie, die Nordkoreas angeblicher Satellitenstart schon weit im Vorfeld auslöste, war kaum noch zu übertreffen. Schon Wochen vor dem Flugversuch drohten Japan und die USA die Rakete abzuschießen, wenn sie sie sich den jeweiligen Ländern nähern sollte. Grund genug, die Fakten darzustellen und den Leser einzuladen, sich selbst ein Bild machen. Der eine oder andere Splitter an "Meinung" mag mir aber gestattet sein.

Als der Start am vergangenen Samstag tatsächlich erfolgt war, steigerte sich das Crescendo weiter. Speziell die japanischen Medien gerierten sich, als wäre ein nuklearer Anschlag nur knapp gescheitert. Presse, Funk, Fernsehen und Internet „beruhigten“ die Bevölkerung in dem sie berichteten es habe keinen „Fallout“ auf Japan gegeben. Eine Wortwahl, bei der mit der Angst vor einer nuklearen Kontamination Kasse gemacht wurde, anstatt die Menschen über das theoretisch mögliche Niedergehen einer ausgebrannten Raketenstufe zu informieren.

Weiterlesen: Hysterie um Taepodong (Teil 1)