Der Erstflug der schwersten Version der japanischen H3-Trägerrakete am 26. Oktober war ein voller Erfolg. Die Rakete flog in der Variante mit vier SRB-3-Feststoffboostern und einer besonders weiten Fairing mit 5,2 Metern Durchmesser, was zur Bezeichnung H3-24W (W für Wide) führt. Die war notwendig, um die Nutzlast, die erste Einheit des neuen japanischen ISS-Logistikfahrzeugs HTV-X, in einen niedrigen Erdorbit zu transportieren. Die Zahl „2“ im Akronym bedeutet im Übrigen, dass die Rakete mit zwei Haupttriebwerken flog. Es gibt diesen Träger nämlich auch mit drei Raketenmotoren in der ersten Stufe, dann allerdings ohne Booster.
Am 25. Oktober brachte SpaceX mit einer Falcon 9 von der Space Force Basis Vandenberg in Kalifornien aus die 28 Einheiten starke Starlink-Gruppe 11-12 in eine niedrige Erdumlaufbahn. Diese Nummerierung ist insofern irreführend, als die aktuelle Mission bereits der 19. Flug zur Bestückung dieser „Schale“ ist. Tatsächlich erfolgen Starlink-Einsätze gar nicht so selten außerhalb der numerischen Abfolge. In der Gruppe 11 ist das aber besonders häufig der Fall.
Eine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 5 brachte am 23. Oktober eine neue Einheit militärischer Technologiedemonstratoren der TJS-Reihe in einen leicht supersynchronen Erdorbit. Die wahre Aufgabe des Satelliten wurde nicht mitgeteilt, offizielle Stellen sprechen von einem „Kommunikationssatelliten“. Der Start von TJS-20, so der Name des Raumfahrzeugs, erfolgte – wie immer bei Raketen der Langer Marsch 5-Baureihe – von Wenchang aus. Die etwas häufiger eingesetzte Langer Marsch 5 ist die Version für hochenergetische Bahnen, wogegen die Langer Marsch 5B niedrige Erdumlaufbahnen ansteuert.
Bei einem der sehr seltenen SpaceX-Starts, bei denen ein Booster „verbraucht“ wird, transportierte am 24. Oktober eine Trägerrakete des Typs Falcon 9 einen spanischen Satelliten in eine supersynchrone Erdumlaufbahn. Bei der Nutzlast handelt es sich um SPAINSAT NG II für den Kommunikationsdienstleister Hisdesat. Der Geschwindigkeitsbedarf in Verbindung mit dem Nutzlastgewicht war so hoch, dass die Rakete bei diesem Einsatz nicht im Rückkehrmodus geflogen werden konnte. Das letzte Mal flog SpaceX im Januar eine Falcon 9 im „Verbrauchsmodus“, damals ebenfalls für Hisdesat mit SPAINSAT NG I.
