Etwa 50 Prozent aller Fälle Jungfernflüge neuer Trägerraketen missglücken. Nicht so bei der Zhuque 3 des privaten chinesischen Unternehmens Landspace, die bereits bei ihrer ersten Mission (fast) am 3. Dezember alle Testparameter erfolgreich abhaken konnte. Der Flug vom nordchinesischen Raumfahrtzentrum Jiuquan verlief beeindruckend präzise. Lediglich die Landung der auf Wiederverwendbarkeit ausgelegten ersten Stufe des Trägers – sie wäre ein Bonuspunkt bei dieser Testmission gewesen - misslang, allerdings nur ziemlich knapp. Die Zhuque 3 ist ein Träger der mittleren Mittelklasse, wird über beide Stufen mit Methan und flüssigem Sauerstoff betrieben und ist etwa 15 Prozent weniger leistungsfähig als die Falcon 9 von SpaceX, der sie nachempfunden ist.



Am 1. Dezember brachte SpaceX vom Kennedy Space Center in Florida mit einer Trägerrakete des Typs Falcon 9 die Starlink-Gruppe 6-86 in eine niedrige Erdumlaufbahn. Dabei wurden 29 Einheiten für die Internet-Konstellation in den Orbit transportiert. Es war der 111. Starlink-Start des laufenden Jahres.
Bei der 15. Transporter-Mission brachte SpaceX mit einer Trägerrakete des Typs Falcon 9 insgesamt 140 Satelliten in eine polare, sonnensynchrone Erdumlaufbahn. Der Einsatz begann an der Space Force Basis Vandenberg in Kalifornien. Die Bandwagon- und Transporter-Missionen sind für die Hersteller und Betreiber von Kleinsatelliten von großer Bedeutung. Ein Einzelstart einer SpaceX Falcon 9 kostet rund 70 Millionen US-Dollar. Bei diesen Mitflugmissionen können Unternehmen jedoch bis zu 50 Kilogramm Nutzlast für nur 325.000 US-Dollar in den Orbit befördern lassen.
Am 27. November brachte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos das bemannte Raumschiff Sojus MS-28 in einen Übergangsorbit für den Transfer zur Internationalen Raumstation. Als Trägerfahrzeug wurde eine Rakete des Typs Sojus 2.1a eingesetzt. Der Start erfolgte, wie stets in den letzten Jahren, vom Komplex 31/6 des Kosmodroms in Baikonur aus. Dabei wurde die Startanlage erheblich beschädigt, weil eine Serviceplattform im Startschacht nicht ordnungsgemäß gesichert war.
Eine südkoreanische Trägerrakete des Typs KSLV-II, besser bekannt unter dem Spitznamen „Nuri“, führte am 26. November eine tadellose Mission durch. Der Einsatz begann an der Startanlage 2 des Naro Space Center im Süden des Landes. Insgesamt befanden sich neben der Hauptnutzlast, dem Erdbeobachtungssatelliten CAS-500-3, noch zwölf Cubesats an Bord, die allesamt aus Südkorea stammen. Es war der vierte Einsatz einer Nuri-Trägerrakete.