- ein orientalisches Weltraummärchen?
Das Land hieß einmal Persien. Man denkt an: Sassaniden und Seleukiden, Kalifen und Schahs, Diwan und Damavand, Tee und Teppiche. Das Land heißt heute Iran. Das klingt nach Zensur, Erdöl und Atomprogramm.
Und jetzt noch das: Raumfahrt im Land des Zarathustra.
Die China Meteorogical Association (oder kurz: CMA) brachte am 26. Dezember einen geostationären Wettersatelliten in eine Transferbahn. Das neue Raumfahrzeug trägt die Bezeichnung Fengyun-4C. Unter den Fengyun-Satelliten gibt es sowohl geostationäre Satelliten als auch solche, die sich auf polaren sonnensynchronen Erdumlaufbahnen in niedriger Höhe bewegen. Startort der aktuellen Mission war das Raumfahrtzentrum Xichang in Zentralchina. Als Träger wurde eine Rakete des Typs Langer Marsch 3B/E eingesetzt.
Mit einer Trägerrakete des Typs Sojus 2.1A brachten die russischen Streitkräfte den Erdbeobachtungssatelliten Obzor-R Nr. 1 in eine polare, sonnensynchrone Erdumlaufbahn. Der Start erfolgte vom nordrussischen Raumfahrtzentrum Plessezk aus. Der Satellit wird als zivil bezeichnet, doch die Umstände des Starts weisen eher auf eine militärische Verwendung hin. Der Start erfolgte bei dichtem Schneefall.
Bei einem Satellitentransport an Heilig Abend brachte eine indische Trägerrakete des Typs LVM-3 den Kommunikationssatelliten BlueBird-6 in eine niedrige Erdumlaufbahn. Es war mit einem Startgewicht von 6100 Kilogramm die schwerste Nutzlast die bislang von einer Rakete dieses Typs ins All transportiert worden war. Starts der LVM-3 werden in Indien besonders genau beobachtet, denn eine Variante dieses Trägers wird zukünftig für die bemannten Missionen des Landes eingesetzt werden.
Erstflüge müssen nicht immer scheitern. Etwa 50 Prozent sind erfolgreich, wie wir an dieser Stelle schon vielfach festgestellt haben. Es gibt auch Flüge mit sehr hohen Ambitionen, die ihre Primärziele zu 100 Prozent erfüllen, bei denen aber die Sekundärziele nicht vollständig erreicht werden. Dies war am 23. Dezember beim Erstflug der Langer Marsch 12A der Fall. Sie erzielte einen perfekten Orbiteinschuss, die triebwerksgesteuerte Landung der ersten Stufe, 300 Kilometer vom Startort entfernt, scheiterte jedoch in der Endphase.
Die achte Mission der japanischen H3-Trägerrakete am 22. Dezember schlug fehl. Wegen einer Minderleistung der zweiten Stufe, wie es zunächst hieß. Doch in den darauf folgenden Wochen verdichteten sich die Erkenntnisse immer mehr in eine Richtung, die diesen Start nahezu einmalig in der Raumfahrtgeschichte macht. Zunächst verlief die Mission wie geplant. Die H3 in der Version 22S (mit zwei Zentraltriebwerken in der ersten Stufe und zwei Starthilfsboostern) arbeitete in der Brennphase der ersten Stufe nominal. Doch dann kam es zu dem Ereignis, das wochenlang nicht aufgeklärt werden konnte, und dessen Details bis immer noch nicht ganz klar sind.
