China probt für Internet-Konstellation
China brachte am 24. August mit einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch 2C zwei experimentelle Kommunikationssatelliten für eine zukünftige chinesische Internet-Konstellation ähnlich den westlichen Systemen Starlink, OneWeb und Kuiper in den Orbit. Die beiden Testeinheiten werden als RSW 01 und 02 bezeichnet. Zusätzlich befand sich noch ein nicht identifizierter dritter Satellit an Bord, bei dem es möglicherweise ebenfalls um eine Kommunikationsnutzlast handelt. Startort der Mission war das nordchinesische Raumfahrtzentrum Jiuquan.
Im Auftrag der Arianespace starteten Starsem und Roskosmos am 22. August erneut 34 Satelliten der OneWeb-Internet-Konstellation. Wie immer wurde auch dieses Mal als Träger eine Sojus 2.1b „Fregat“ eingesetzt. Startort war das Kosmodrom im kasachischen Baikonur. Es war der achte operationelle Einsatz und der neunte Flug im Rahmen des OneWeb-Programms überhaupt. Der Start sollte schon am 19. August erfolgen, musste aber in letzter Minute wegen eines Problems an einer Bodenanlage abgesagt werden.
China brachte am 19. August vom nordchinesischen Weltraumbahnhof Taiyuan aus die beiden Erdbeobachtungssatelliten Tianhui-2 02A und 02B in eine polare sonnensynchrone Erdumlaufbahn. Als Träger wurde eine Rakete des Typs Langer Marsch 4B verwendet. Über den Einsatzzweck dieser Satellitenreihe ist wenig bekannt. Man kann aber eine gemischte militärisch/zivile Nutzung unterstellen, da die Satelliten der Tianhui-2 Serie von Volksbefreiungsarmee betrieben werden.
Auch der zweite Start einer europäischen Trägerrakete des Typs Vega in diesem Jahr verlief erfolgreich. In den frühen Morgenstunden des 17. August brachte VV19, wie die Mission offiziell bezeichnet wurde, den zivilen Erdbeobachtungssatelliten Pléiades Neo 4 zusammen mit vier Kleinnutzlasten in eine polare, sonnensynchrone Erdumlaufbahn. Startort war der europäische Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana. Es war die 19. Mission einer Vega. 17 davon verliefen erfolgreich.
Indiens Raumfahrtprogramm musste am 12. August einen herben Rückschlag hinnehmen als eine Trägerrakete des Typs GSLV Mk. II mit dem Erdbeobachtungssatelliten EOS-03 an Bord nicht die Umlaufbahn erreichte. Es war beim 14. Start einer GSLV-Rakete bereits der vierte komplette Fehlschlag. Dazu kommen noch zwei Teilversager, bei denen die Nutzlasten nicht auf ihren korrekten Umlaufbahnen abgeliefert wurden. Weltweit gibt es derzeit keine Einsatz-Trägerrakete mit einer schlechteren Erfolgsquote.
Northrop Grumman brachte am 11. August mit einer Trägerrakete des Typs Antares 230+ im Auftrag der NASA ein Cygnus-Nachschubraumschiff auf den Weg zur Internationalen Raumstation. Die Mission trug offiziell die Bezeichnung NG-16, für den 16. Einsatz eines Northrop Grumman Transporters zur ISS. Inoffiziell erhielt das unbemannte Cygnus-Raumschiff den Namen „S.S. Ellison Onizuka“ (S.S. für Space Ship), nach dem gleichnamigen US-Astronauten, der im Januar 1986 bei der Challenger-Katastrophe ums Leben gekommen war.
China brachte am 5. August einen militärischen Kommunikationssatelliten mit der Bezeichnung Zhongxing-2E in eine geostationäre Transferbahn. Der Satellit wird im Westen auch als ChinaSat 2E bezeichnet. Die Mission begann am zentralchinesischen Weltraumbahnhof Xichang. Als Träger wurde eine Rakete des Typs Langer Marsch 3B/G3 eingesetzt. Es war der vierte chinesische Orbitalflug innerhalb einer Woche.
China startete am 4. August zwei Satelliten in eine polare, sonnensynchrone Erdumlaufbahn. Der Start erfolgte vom Weltraumbahnhof Taiyuan aus. Als Träger wurde eine Rakete des Typs Langer Marsch 6 verwendet. Die beiden Nutzlasten tragen die Bezeichnung KL-Beta A und KL-Beta B. Die Mission erfolgte im Auftrag des in München und Berlin ansässigen Start-ups KLEO-Connect GmbH, das chinesische Anteilseigner hat.
Das chinesische Privatunternehmen iSpace (auch Interstellar Glory genannt) scheiterte am 3. August zum zweiten Mal in diesem Jahr mit einem Orbitalstart. Insgesamt war es schon der dritte Start einer Hyperbola 1. Der Jungfernflug am 25. Juli 2019 war noch erfolgreich gewesen. Die damals verwendete Version war allerdings kleiner und konstruktiv etwas anders gestaltet als die Variante, die für die Missonen 2 und 3 eingesetzt wurde. Die ist vier Meter länger und beim Start 42 statt der früheren 31 Tonnen schwer.