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Das Jahr 2025 war bis zum 22. Dezember hinsichtlich Fehlstarts relativ ruhig verlaufen. Mit bis dahin sechs Versagern bei weit mehr als 300 Missionen wies es eine deutlich unterdurchschnittliche Fehlerquote im Vergleich zu früheren Jahren auf. Das änderte sich aber am 22. Dezember, als es innerhalb von nur wenigen Stunden gleich zu zwei Fehlschlägen kam. Zunächst scheiterte eine japanische H3 mit einem äußerst absonderlichen Fehlerszenario, und nur zehn Stunden später misslang der Erstflug der koreanischen Hanbit-Nano des südkoreanischen Unternehmens Innospace mit der „SPACEWARD“-Mission vom brasilianischen Startort Alcântara aus.

Die Hanbit-Nano hob um 13:45 Uhr vom Startplatz am Alcântara Launch Center in Maranhão, Brasilien, ab. Die Rakete versagte jedoch 30 Sekunden im Flug der ersten Stufe und explodierte schließlich 65 Sekunden nach dem Liftoff. Unregelmäßigkeiten im Flugablauf zeigten sich bereits unmittelbar nach dem Abheben.

Die Hanbit-Nano ist eine 21,7 Meter hohe und 1,4 Meter durchmessende Rakete, die beim Start mit einem einzelnen Hybridtriebwerk 245 Kilonewton Schub erzeugt. Die Oberstufe wird ebenfalls von einem einzelnen Hybridmotor, dem sogenannten „Hyper“-Triebwerk, angetrieben, das 34 Kilonewton Schub liefert. Als Treibstoffe werden Paraffin und flüssiger Sauerstoff verwendet. Die Oberstufe kann optional auch mit einem Methan-LOX-Triebwerk, dem sogenannten „LiMER“-Triebwerk, betrieben werden, das 29 Kilonewton Schub erzeugt. Die Nutzlastkapazität der Rakete für den niedrigen Erdorbit beträgt etwa 90 Kilogramm.

Die Mission hatte zum Ziel, fünf CubeSats ins All zu befördern, nämlich:

  • FloripaSat-2A und 2B aus Brasilien, von der brasilianischen Raumfahrtagentur und von der Universität von Santa Catarina. Zwei Technologiedemonstratoren.
  • Jussara-K. Ebenfalls aus Brasilien, von der Universität Maranhão. Ein Technologiedemonstrator.
  • PION-BR2. Brasilien, von den PION Laboratories. Ein Satellit für Ausbildungszwecke, und
  • Solaras S2, aus Indien, von Graaha Space. Ein Erdbeobachtungssatellit.

Das Gesamtgewicht dieser fünf Nanosatelliten betrug weniger als zehn Kilogramm. Daneben gab es noch drei Experimenten-Anordnungen, die mit der Oberstufe der Rakete verbunden bleiben sollten.

Nach diesem Einsatz sieht die Startübersicht des Jahres 2025 wie folgt aus:

  1. USA: 174 (davon SpaceX: 165). 1 Fehlschlag (Alpha)
  2. China: 88. 3 Fehlschläge (Kuaizhou 1A, Zhuque 2, Ceres 1)
  3. Neuseeland: 18
  4. Russland: 15
  5. Europa: 7
  6. Indien: 4. 1 Fehlschlag (PSLV XL)
  7. Japan: 4
  8. Südkorea: 2
  9. Deutschland: 1. 1 Fehlschlag (Spectrum)
  10. Australien: 1. 1 Fehlschlag (Eris 1)
  11. Israel: 1

Die Statistik der eingesetzten Startplätze stellt sich folgendermaßen dar:

  1. Cape Canaveral/Kennedy Space Center: 109 (82/27)
  2. Vandenberg Space Force Base: 65
  3. Jiuquan: 31
  4. Wenchang: 19 (institutionell 12/kommerziell 7)
  5. Xichang: 18
  6. Mahia: 16
  7. Taiyuan: 12
  8. Plessezk: 8
  9. Guyana Space Centre: 7
  10. Dongfanghang Tiangang (auch: Oriental Spaceport Launch Ship): 7
  11. Baikonur: 6
  12. Satish Dhawan: 4
  13. Tanegashima: 4
  14. Andøya: 1
  15. Wostotschnij: 1
  16. Bowen Orbital Spaceport: 1
  17. Palmachin: 1
  18. Naro Space Center: 1
  19. Mid Atlantic Regional Spaceport (MARS): 1
  20. Alcântara: 1

Bild: Startlogo. Quelle: Innospace