Halbzeit bei OneWeb
Der 14. Oktober war ein bedeutendes Datum für den britisch/indischen Internet-Dienstleister OneWeb. An diesem Tag brachte eine Trägerrakete des Typs Sojus 2.1b „Fregat“ vom ostrussischen Raumfahrtzentrum Wostotschny aus erneut 36 Satelliten der gleichnamigen Konstellation in den Orbit. Es war die insgesamt elfte von 19 Flügen zur Bereitstellung der ersten Ausbauphase des Satellitennetzes, die insgesamt 648 Einheiten umfasst.
Am 5. Oktober brachte Roskosmos mit Sojus MS-19 neben dem Karriere-Kosmonauten Anton Schkaplerow bei seinem vierten Raumflug auch zwei so genannte „Raumflugteilnehmer“ (Spaceflight-Participants) zur ISS. Diese beiden Personen sind die Schauspielerin Julia Peresild und der Filmregisseur Klim Schipenko. Letzterer hat in Russland bereits durch eine Verfilmung der Geschichte der Rettung der Raumstation Salut 7 einen Namen. Damit befinden sich jetzt für die kommenden zwölf Tage insgesamt zehn Personen an Bord der Internationalen Raumstation.
Eine Trägerrakete des Typs Atlas 5 401 brachte am 27. September den neuesten Erdbeobachtungsatelliten der Landsat-Serie in eine polare, sonnensynchrone Erdumlaufbahn. Damit wird ein Programm fortgesetzt, das seit beinahe einem halben Jahrhundert existiert. Landsat 1, der erste Satellit dieser Reihe, startete am 23. Juli 1972.
Bei der zweiten chinesischen Mission am 27. September brachte eine Langer Marsch 3B/G2- Trägerrakete vom zentralchinesischen Weltraumbahnhof in Xichang einen Satelliten mit der Bezeichnung Shiyan-10 in eine leicht supersynchrone geosynchrone Transferbahn hoher Inklination. Der Start selbst verlief offensichtlich normal, doch bald nach der Trennung von der dritten Stufe des Trägers erlebte das Raumfahrzeug eine schwere Fehlfunktion noch unbekannter Art. Staatliche Medien bestätigten den „loss of spacecraft“ einige Stunden.
China startete am 27. September vom Raumfahrtzentrum Jiuquan aus den Erdbeobachtungssatelliten Jilin 1 Gaofen 02D auf eine sonnensynchrone polare Erdumlaufbahn. Als Träger wurde eine Feststoffrakete des Typs Kuaizhou 1A (KT-1A) eingesetzt, die damit bei dieser Mission ihre Rückkehr in den Einsatzstatus erlebte. Im September 2020 war Jilin 1 Gaofen 02C bei einem Fehlstart mit diesem Trägertyp verloren gegangen. Seitdem war diese Rakete „gegroundet“. Dieses Mal verlief die Mission jedoch perfekt. Es war der insgesamt 14. Einsatz einer KT-1A Rakete.
Am 20. September brachte China mit einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch 7 das Nachschub-Raumschiff Tianzhou 3 auf eine Rendezvousbahn zur chinesischen Raumstation. Der Start erfolgte um 9:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom neuen chinesischen Raumflughafen in Wenchang aus. Die Mission begann nur einen Tag nach der Rückkehr der Crew von Shenzhou 12 von der Station.
Am 19. September kehrten die ersten „Privatastronauten“ in der Geschichte der Raumfahrt nach 71 Stunden im Orbit wieder sicher zur Erde zurück. Es war der erste orbitale Raumflug in der Geschichte der Raumfahrt, den eine Crew aus eigener Tasche privat finanziert hatte. Es war auch die erste bemannte Orbitalmission der USA, in der nicht die NASA involviert war. Im Vorfeld hatte es von vielen Seiten eine Menge Bedenken und Kritik über diesen Flug gegeben, aber die vier „Rookies“ haben diesen Einsatz überaus kompetent abgewickelt.
Am 17. September kehrte die Crew von Shenzhou 12 nach mehr als drei Monaten im Orbit sicher zur Erde zurück. Die Landestelle lag nur 77 Kilometer nördlich der Startanlagen des Weltraumbahnhofs Jiuquan entfernt. Dort hatte die Reise des chinesischen Raumschiffs am 17. Juni begonnen. Den Hinweisen der chinesischen Offiziellen nach scheint es eine Punktlandung gewesen zu sein, mit einer Abweichung vom geplanten Zielpunkt von nur 630 Metern.
SpaceX brachte am 16. September das erste ausschließlich mit „Privatastronauten“ besetzte Raumschiff in den Erdorbit. Die Mission trug die Bezeichnung „Inspiration4“. Eingesetzt wurde der Crew Dragon Resiliance. Es war der insgesamt vierte bemannte Flug eines SpaceX-Crew Dragon. Die Mission ist Teil eines groß angelegten Fundraising-Projektes für das St. Jude Kinderkrankenhaus, eine Forschungsklinik die sich neben der reinen Krebsbehandlung führend auf dem Gebiet der Erforschung juveniler Krebsarten ist. Das St. Jude-Krankenhaus wird ausschließlich mit privaten Fördermitteln betrieben, behandelt seine Patienten kostenlos und ist somit auf einen permanenten Zustrom von Fördermitteln angewiesen.