Der massive Ausbau der chinesischen Erdbeobachtungskapazitäten aus dem Weltraum geht weiter. Am 31. März startete China drei weitere Satelliten der Gaofen-1 Reihe. Startort war der Weltraumbahnhof von Taiyuan, im Norden Chinas. Es war der zehnte Orbitalflug Chinas in diesem Jahr. Als Träger wurde eine Rakete des Typs Langer Marsch 4C eingesetzt. Diese Trägerrakete ist nahezu identisch mit der Langer Marsch 4B. Der einzige Unterschied besteht in einer längeren Nutzlastverkleidung.

Die Mission begann um 5:22 Uhr mitteleuropäischer Zeit (11:22 Uhr Pekinger Zeit) an der Anlage LC9 des Startkomplexes. Nach etwa 45 Minuten war die Zielbahn erreicht und die dritte Stufe setzte die Satelliten ab. Die Bahn wies ein Perigäum von 639 Kilometern, ein Apogäum von 643 Kilometern und eine Bahnneigung zum Äquator von 98,03 Grad auf.

Die Gaofen-Satelliten sind Teil des China High-definition Earth Observation System (CHEOS) Programms. Die Planung der Konstellation begann im Jahre 2010 und soll am Ende mindestens 14 Satelliten umfassen, mit denen die optische Beobachtung der Erde in verschiedenen Spektralbereichen in mittelhoher Auflösung möglich ist. Die beiden Kameras an Bord verfügen im Schwarzweiß-Modus über ein Auflösungsvermögen von zwei Metern pro Bildpunkt, im panchromatischen Betrieb beträgt das Auflösungsvermögen acht Meter pro Bildpunkt.

Jeder der Satelliten wog beim Start 805 Kilogramm. Sie wurden von China Spacesat Co. Ltd. gebaut, dem kommerziellen Ableger der staatlichen CAST. Die Lebensdauer der Satelliten wird mit sechs Jahren veranschlagt. Ihre Bezeichnung lautet GF-1 02, GF-1 03 und GF-1 04. GF-1 01, der Prototyp der Reihe, war bereits im Jahre 2013 gestartet worden. Sie werden in derselben Bahnebene in einem Abstand von 120 Grad platziert.

Bild: Grafik eines Gaofen-Satelliten; Credit: weixin.qq.com