Eine russische Trägerrakete des Typs Sojus 2.1v brachte am Abend des 29. März eine nicht näher spezifizierte militärische Nutzlast in die Umlaufbahn. Der Start erfolgte vom nordrussischen Weltraumbahnhof Plesetzk. Es war der insgesamt vierte Einsatz einer Rakete dieses Typs. Das Raumfahrzeug erhielt nach dem erfolgreichen Start die Bezeichnung „Kosmos 2525“, die allerdings nichts über den Einsatzzweck aussagt und lediglich eine allgemeine militärische Zählnummer darstellt.

Die Sojus 2.1v ist eine „abgespeckte“ Version der Sojus-Trägerrakete, und die kleinste Version dieser Träger-Familie. Sie verfügt nicht über die Sojus-typischen Booster, sondern nur über ihre Zentralstufe. Die wird dabei aber nicht vom RD-108A - Standardtriebwerk der Sojus angetrieben, sondern von einem NK-33 Raketenmotor der noch aus dem gescheiterten N-1 Mondprogramm der Sowjetunion stammt. Die zweite Stufe der Sojus 2.1v ist die dritte Stufe der Sojus 2.1b und wird von einem RD-0124 Triebwerk angetrieben. Die Rakete wird manchmal auch als „Wolga“ bezeichnet, nach ihrer meistens eingesetzten dritten Stufe. Die scheint dieses Mal, wahrscheinlich wegen der sehr leichten Nutzlast, nicht benötigt worden zu sein.

Die Mission begann um 18:38 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechen 20:38 Uhr Moskauer Zeit). Über die Nutzlast wurde bislang wenig bekannt, außer dass sie auf einer Plattform des Moskauer Herstellers VNIIEM basiert und als “Eksperimentalny Maly Kosmichesky Apparat (EMKA)” – oder “kleines experimentelles Raumfahrzeug” bezeichnet wird die für zukünftige kleine Aufklärungssatelliten eingesetzt werden soll. Das Raumfahrzeug dürfte kaum mehr als etwa 200 Kilogramm wiegen. Etwa zwei Stunden nach dem Start lagen die Bahndaten vor. Es handelt sich um eine fast exakte Kreisbahn in 320 Kilometern Höhe mit einer Inklination von 96,64 Grad. Bahnwinkel und Höhe weisen darauf hin, dass die Bahn annähernd sonnensynchron ist. Womit sich die Vermutung erhärtet, dass es sich bei Kosmos 2525 um einen optischen Aufklärungssatelliten handelt. Um bei diesem Bahnwinkel allerdings eine exakt sonnensynchrone Umlaufbahn zu erreichen, müsste die Bahn auf etwa 290 Kilometer Flughöhe abgesenkt werden.

Bild: Die Sojus 2.1v wird für den Start über dem Flammenschacht aufgerichtet. Credit: RVSN