China startete am 14. November seinen neuesten Wettersatelliten der Fengyun-3 Serie. Die Mission begann am Satellitenstartzentrum Taiyuan. Es ist der erste Orbitalstart des Jahres 2017, der von diesem nordchinesischen Weltraumbahnhof aus erfolgt. Als Träger wurde eine Rakete des Typs Langer Marsch 4C eingesetzt. Neben der Hauptnutzlast, dem Wettersatelliten Fengyun 3D befand sich mit HEAD-1 auch ein kleiner Marine-Überwachungssatellit einer neuen Baureihe mit an Bord.

Die Mission begann um 19:35 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startanlage LC9 des Satellitenstartzentrums Taiyuan, das im Bezirk Kelan in der Provinz Shanxi liegt. Diese Nummer darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in diesem kleineren Startzentrum lediglich drei aktive Startrampen gibt, nämlich die Anlagen LC7, LC9 und LC16. Die letztere ist neu und für die Langer Marsch 6-Trägerraketen vorgesehen.

Die Fengyun-3 Satelliten repräsentieren die zweite Generation chinesischer Meteorologie-Satelliten auf polaren Umlaufbahnen. Sie werden von der CMA (China Meteorological Administration) und dem NSMC (National Satellite Meteorological Center) betrieben. Das erste Raumfahrzeug dieser Reihe wurde bereits im Mai 2008 gestartet.

Entwickelt wurden die Satelliten der Fengyun-3 Serie von der Shanghai Aerospace Administration. Die Satelliten wiegen beim Start etwa 2.450 Kilogramm. Das einzelne Solarpanel ist etwa 10 Meter lang und ermöglicht -output am Ende der geplanten Lebensdauer noch eine Leistung von maximal 2,5 Kilowatt. Die Instrumente an Bord liefern Multispektralaufnahmen in einem breiten Frequenzband. Außerdem befinden sich Messgeräte an Bord, mit denen die Erdatmosphäre inklusive der Ozonschicht genau vermessen werden kann und Daten über die Feuchtigkeitswerte in der Luft und am Boden übermittelt werden können.

Der zweite Satellit an Bord, HEAD-1, ist wesentlich kleiner. Er wiegt nur etwa 45 Kilogramm und ist die erste Flugeinheit der so genannten „Skywalker-Konstellation“. Trotz seiner geringen Größe ist das Raumfahrzeug hoch leistungsfähig. Er ist mit einem automatischen Identifizierungssystem ausgerüstet, das in der Lage ist, bis zu zwei Millionen Nachrichten von 60.000 Schiffen pro Tag zu dekodieren. Auftraggeber des kleinen Raumfahrzeugs ist HEAD Aerospace. Die Daten werden für den gesamten Meeres-, Küsten-, und Fluss-Schiffsverkehr zur Verfügung gestellt, sowie für Häfen, Behörden, Fischerei-Organisationen und das Finanz- und Versicherungswesen. Die Skywalker-Konstellation soll in ihrer Endausbauphase etwa 30 Satelliten mit verschiedenen Aufgabenstellungen im Rahmen der Marine-Überwachung beinhalten.

Bild: Die Trägerrakete vor dem Start; Credit: ChinaNews