Am 18. September startete die United Launch Alliance einen Satelliten für das „Tracking and Data Relay System“ (TDRS) der US-Weltraumbehörde NASA. Das Raumfahrzeug mit der Bezeichnung TDRS-M verließ die Startanlage 41 in Cape Canaveral an Bord einer Atlas 5 401 um 14:29 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechend 8:29 Uhr morgens Ortszeit). Die Trägerrakete flog eine relativ komplexe Bahn ab, bei der zwei Brennphasen der Centaur-Oberstufe erforderlich waren. Eine Stunde und 54 Minuten nach dem Liftoff wurde der Satellit von der Centaur-Oberstufe freigegeben.

Die Atlas 5 401 ist die Basisversion der Atlas 5 und gleichzeitig die leistungsschwächste Variante dieses Trägers. Immerhin können auch mit ihr Nutzlasten von über viereinhalb Tonnen Gewicht auf geosynchrone Transferbahnen gebracht werden. Bei leichteren Satelliten, wie in diesem Fall mit TDRS-M, der beim Start 3.770 Kilogramm wog, kann die Bahn sogar noch zusätzlich optimiert werden, um dem Satelliten mehr Lebensdauer mitzugeben. So wies der  erzielte Orbit ein Perigäum von 4.540 Kilometern auf, ein Apogäum von 35.800 Kilometern und eine Bahnneigung zum Äquator von 26,2 Grad. Mit einem derart hoch gelegenen Perigäum verbraucht der Satellit danach deutlich weniger Treibstoff, um mit dem Bordtriebwerk die endgültige geosynchrone Bahn zu erreichen.

TDRS-M ist der inzwischen 13. Satellit dieses Systems. Es dient dazu, mit den Raumfahrzeugen der Weltraumbehörde dauerhaft Kontakt aufrecht zu erhalten und beim Start von Trägerraketen eine stetige Telemetrieverfolgung zu gewährleisten. Auch für den Betrieb der Internationalen Raumstation sind diese Satelliten unerlässlich. Eingeführt wurde das System ursprünglich, um mit den Space Shuttles auch dann permanenten Kontakt zu haben, wenn sie außerhalb der Reichweite von Bodenstationen waren.

Derzeit sind neun TDRS-Satelliten aktiv und um den ganzen Globus herum verteilt. TDRS-M ist die letzte von vier Einheiten der dritten Generation dieser Raumfahrzeuge. Sobald er seinen Dienst antritt – dies wird etwa drei Monate nach dem Start der Fall sein – bekommt er die Bezeichnung TDRS-13. Der vorausgehende Satellit, TDRS-12, wurde im Januar 2014 gestartet. Einer der 13 TDRS-Satelliten erreichte keinen Orbit. Das war TDRS-B, der sich beim Unglücksflug der Challenger an Bord der Raumfähre befand. Gleich die nächste Einheit, TDRS-C, war an Bord der Raumfähre Discovery, als mit ihr im September 1988 die Shuttle-Flüge nach dem Challenger-Desaster wieder aufgenommen wurden.

Gebaut wurde TDRS-M von Boeing auf Basis der Plattform BSS-601. Er verfügt über Transponder für den S-Band, Ku-Band und Ka-Band-Bereich und über zwei steuerbare große Reflektoren, mit denen einzelne Raumfahrzeuge verfolgt werden können und Kommunikaton in allen drei Bandbereichen möglich ist. Die erwartete Lebensdauer der Satelliten beträgt 15 Jahre. Die Praxis zeigt allerdings, dass die TDRS-Satelliten wesentlich länger in Betrieb sind. Bereits die erste Einheit brachte es auf eine Einsatzdauer von 26 Jahren. Die bisher dienstälteste Einheit, TDRS-3 (vormals TDRS-C), ist jetzt seit 30 Jahren in Betrieb.

Bild: Missionslogo TDRS-M; Credit: NASA Goddard