Wenige Minuten nach Mitternacht mitteleuropäischer Zeit begann an der Rampe 24 des Startkomplexes 81 auf dem Kosmodrom in Baikonur die Startmission für einen Kommunikationssatelliten der russischen Streitkräfte. Wie bei militärischen Starts üblich, gab es im Vorfeld kaum Berichterstattung über den Flug. Auch die bei zivilen Starts üblichen Live-Videoschaltungen gab es in diesem Fall nicht. Das Raumfahrzeug mit der Bezeichnung "Blagovest 11L" ist das erste von insgesamt vier Raumfahrzeugen dieser Baureihe. Nach dem erfolgreichen Start erhielt es, wie bei militärischen Missionen in Russland üblich, eine Kosmos-Zählnummer und läuft jetzt offiziell unter der Bezeichnung "Kosmos 2520".

Der Start von Blagovest 11L erfolgte exakt um 0:07 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 4:07 Uhr kasachischer Ortszeit. Die dreistufige Proton M brachte in ihrem üblichen komplexen Startverfahren zunächst die Orbitaleinheit, bestehend aus der Briz M-Transferstufe und dem Satelliten auf eine orbitnahe Suborbitalbahn. Unmittelbar nach der Trennung von der dritten Stufe führte die Briz M ein erstes Brennmanöver durch, um sich und den Satelliten auf einen Übergangsorbit zu bringen. Danach folgten über einen Zeitraum von neun Stunden vier weitere Zündungen, nach deren Abschluss das Raumfahrzeug auf einem Transferorbit freigegeben wurde. Von dort wird es sich selbst auf die endgültige geostationäre Arbeitsposition bringen. Es war dies der 414. Start einer Proton-Rakete gerechnet über alle Varianten und Baureihen seit dem Jahre 1965 und der 100. Start einer Proton M.

Blagovest 11L wurde vom russischen Hersteller Reschetnew in Schelesnogorsk in der Region Krasnojask gebaut. Es handelt es sich dabei um einen großen Kommunikationssatelliten für die Bereitstellung von Breitband-Internet, Fernsehübertragungen und Videokonferenz-Services. Das Raumfahrzeug basiert auf der Express 2000-Plattform von Reschetnew. Er wird seine Arbeitsposition auf 45 Grad östlicher Länge einnehmen. Seine Design-Lebensdauer ist auf 15 Jahre ausgelegt. Er wird auf dem C-Band und dem Ka-Band arbeiten, und einen Teil seiner Kapazität auch für zivile Zwecke bereithalten.

Bild: Die 100. Proton M startet mit Blagovest 11L;  Credit: VKO