Trotz eines in mehrerlei Hinsicht knapp bemessenen Startfensters begann am 14. August um 18:31 mitteleuropäische Zeit planmäßig die ISS-Versorgungsmission CRS-12 (wobei CRS für Commercial Resupply Service steht). Dabei brachte eine Falcon 9 von SpaceX ein Dragon-Raumschiff auf einen leicht elliptischen Übergangsorbit, von dem aus es sich in den nächsten beiden Tagen der Internationalen Raumstation nähern wird. Der erfolgreiche Start der Mission CRS-12 war der 39. Einsatz einer Falcon 9 insgesamt und der 11. in diesem Jahr.

Nach dem Absetzen der Orbitaleinheit, bestehend aus zweiter Stufe und Dragon-Raumschiff führte die erste Stufe des Trägers danach die insgesamt 14. erfolgreichen Landung einer Erststufe  durch. Für die Dragon war dies der 12. Einsatz im Rahmen der CRS-Flüge, für die Versorgung der Internationalen Raumstation aber bereits der 14. Einsatz einer Dragon überhaupt, zählt man die beiden Demo-Missionen zu Beginn des Programms mit. Es war auch die sechste Landung in der Landing Zone 1 von Cape Canaveral. Die Landung erfolgte sieben Minuten und 43 Sekunden nach dem Start. Die letzten 10 Landeversuche waren allesamt in Serie erfolgreich, so dass man inzwischen bei der Rückführung von Erststufen bei SpaceX von einem erprobten Verfahren sprechen kann.

Der Start beendete eine fünfwöchige Flugpause in Cape Canaveral, während der die US-Luftwaffe, der Hausherr auf der Anlage, Wartungsarbeiten an der „Range“ vornahm. Dies geschieht periodisch jedes Jahr, war aber in diesem Jahr wegen der dichten Flugfolge bei SpaceX besonders auffallend. Der letzte Flug vor dieser Zwangspause war ebenfalls eine SpaceX-Mission gewesen, bei der das Unternehmen den Kommunikationssatelliten Intelsat 35e in den Orbit gebracht hatte.

Das Startfenster am 14. August war nur wenige Minuten lang, und hätte man es verpasst, wäre ein Start in den darauf folgenden Tagen nicht möglich gewesen. Danach hätten zunächst an Bord der Raumstation andere Aufgaben Vorrang gehabt (so steht an Bord der ISS ein wichtiges Außenbordmanöver an), und danach hat die NASA selbst die „Range“ gemietet, weil die United Launch Alliance am 18. August den neuen TDRS-M Datenrelay-Satelliten starten soll.

Der Dragon mit der Bezeichnung CRS-12 wog beim Start 10.600 Kilogramm. 2.910 Kilogramm sind dabei Fracht für die ISS. Das beinhaltet 1.652 Kilogramm so genannter „pressurized cargo“, also Fracht, die sich im druckbelüfteten Inneren der Dragon-Kapsel befindet, und 1.258 Kilogramm „external cargo“, die im Innenraum des so genannten „Trunks“ festgemacht ist, dem Gerätemodul des Dragon, und somit dem freien Weltraum ausgesetzt ist. Diese Fracht wird komplett von einem Instrument mit der Bezeichnung „ISS Cosmic Ray Energetics and Mass“, oder kurz ISS-CREAM, eingenommen. Diese massive Forschungsvorrichtung von der Größe einer Telefonzelle wird nach der Ankunft des Dragon von den Astronauten der ISS mit dem Robotarm am japanischen Kibo-Modul befestigt. Seine Aufgabe besteht darin, die geheimnisvolle kosmische Strahlung zu analysieren. Auch im sechsten Jahrzehnt der Raumfahrt ist das Rätsel ihrer Herkunft immer noch nicht gelöst.

Neben diesem aufwendigen und großen Instrument, sind noch eine ganze Reihe kleinerer Forschungsvorrichtungen mit an Bord. Außerdem trägt der Dragon noch vier Kleinsatelliten mit sich, die später von der Raumstation aus ausgesetzt werden. Dies sind der 50 Kilogramm schwere militärische Erdbeobachtungssatellit Kestrel Eye 2M (mit einem Auflösungsvermögen von 1,5 Metern pro Bildpunkt),  der drei-Unit-Cubsat OSIRIS-3U, der sechs Einheiten große Cubesat Dellingr und der ebenfalls sechs Einheiten große ASTERIA.

Die Falcon 9-Trägerrakete flog bei der Mission am 14. September in der Block 4-Version. Das ist die vorletzte Variante der Rakete, bevor das Modell mit der „Block 5“-Variante dann endgültig „eingefroren“ werden soll. Bei der „Block 4“-Version ist vor allem der Schub aller Triebwerke noch einmal erhöht. Weitere upgrades betreffen die Wiederverwendbarkeit der Erststufe.

Bild: Missionslogo ISS-CREAM; Credit: SpaceX