Japan brachte am 1. Juni den zweiten Satelliten seines so genannten Quasi-Zenith Satellite Systems (QZSS) erfolgreich in den vorgesehenen Orbit. Der Start des Raumfahrzeugs mit dem Namen Michibiki-2 erfolgte um 2:17 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 9:17 Uhr japanischer Ortszeit. Startort war der Yoshinobu Startkomplex am Tanegashima Raumfahrtzentrum der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA. Als Träger wurde die 34. Flugeinheit einer Rakete des Typs H2A-202 eingesetzt.

Die QZSS Konstellation wird anfänglich aus vier Satelliten bestehen. Drei davon werden auf inklinierten geostationären Orbits positioniert, einer auf einem festen geostationären Orbit. Das System wird in einer Partnerschaft mit der Japanischen Raumfahrtbehörde JAXA von einem privaten Unternehmen mit der Bezeichnung Quasi-Zenith Satellite System Service Inc. betrieben. Zweck der Konstellation ist es, in Japans teilweise sehr eng bebauten Städten oder in engen Gebirgstälern zusätzliche Positionssignale zu den bereits bestehenden Satellitennavigationsnetzen bereitzustellen, um überall eine sehr gute Abdeckung mit sehr genauen Positionsdaten zu ermöglichen.

Die Bahnen der inklinierten Satelliten sind um 44 Grad gegen den Äquator geneigt und sie bewegen sich auf einer Bahn in der Form der Zahl acht um eine Äquatorialposition bei 135 Grad östlicher Länge. Die Bahnen sind so angelegt, dass sich immer mindestens eine Einheit innerhalb von 30 Grad des Zeniths über Japan befindet. Das anfängliche System mit seinen vier Einheiten soll 2018 vollständig zu Verfügung stehen. Das erweiterte System mit sieben Fluggeräten soll bis 2024 realisiert sein. Der Start von Michibiki-1 erfolgte am 11. September 2010, also bereits vor beinahe sieben Jahren. Dieser erste Satellit des Systems diente als Technologiedemonstrator, wird aber jetzt auch in das System mit eingebaut werden.

Michibiki Nr. 2 wurde von Mitsubishi Electric gebaut und basiert auf der DS 2000 Plattform. Er ist beim Start etwa 4.000 Kilogramm schwer, ist in der Startkonfiguration 6,2 Meter hoch, 2,9 Meter breit und 2,8 Meter tief. Wenn die Solargeneratoren entfaltet sind, haben sie eine Spannweite von 19 Metern und liefern 6,3 Kilowatt Strom. Die Bahn, auf der das Raumfahrzeug abgesetzt wurde, weist ein Perigäum von 225 Kilometern, ein Apogäum von 35.900 Kilometern und eine Bahnneigung zum Äquator von 31,65 Grad auf. Von dieser Bahn aus wird sich Michibiki 2 in den nächsten Tagen mit den Bordtriebwerken auf seine endgültige Bahn begeben.

Bild: H2A-202 bei den Startvorbereitungen. Credit: JAXA