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Zum zweiten Mal in diesem Jahr trat am 31. Januar eine Falcon 9 Trägerrakete in Aktion. Sie brachte bei diesem Start den luxemburgischen Kommunikationssatelliten GovSat-1 sicher auf eine supersynchrone geostationäre Transferbahn. Eine Bergung der Erststufe war dabei nicht vorgesehen, weswegen auch das Bergungsschiff nicht entsandt wurde. Allerdings wurde ein Technologieexperiment damit unternommen. Überraschenderweise blieb die Stufe bei der Wasserlandung intakt, was nun zur Folge hat, dass sie möglicherweise nun doch zurück zum Hafen von Cape Canaveral geschleppt wird.

Die Startmission für GovSat 1, auch bekannt unter der Bezeichnung SES-16, begann exakt um 22:25 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Das war der Moment, an dem sich das gut zwei Stunden lange Startfenster öffnete. Tags zuvor war die Mission noch wegen eines fehlerhaften Sensors um 24 Stunden verschoben worden. Zwei Minuten und 38 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe trennten sich erste und zweite Stufe. Danach folgte eine Brenndauer von fünf Minuten und 54 Sekunden. 63 Sekunden nach der Zündung der zweiten Stufe wurde die Nutzlastverkleidung abgetrennt. Nach dem ersten Brennschluss der zweiten Stufe folgte eine Driftphase von gut 18 Minuten. Danach zündete die zweite Stufe erneut für einen Zeitraum von 68 Sekunden. 32 Minuten und 20 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe gab die zweite Stufe der Falcon 9 den 4.230 Kilogramm schweren Satelliten auf seiner geplanten supersynchronen Transferbahn frei.

GovSat 1 ist ein Satellit für luxemburgische und europäische Institutionen sowie für die NATO und ist mit moderner Verschlüsselungstechnologie ausgerüstet. Er trägt insgesamt 68 X-Band und Ka-Band Transponder. Gebaut wurde das Raumfahrzeug von Orbital ATK auf Basis der GEOSTar-3 Plattform. Das ist der selbe Satellitenbus, auf dem auch der vor wenigen Tagen von einer Ariane 5 gestartete Al Yah-3 basiert. GovSat 1 soll auf 21,5 Grad östlicher Länge stationiert werden. Auftraggeber für GovSat-1 ist die LuxGovSat, ein Joint Venture zwischen dem Satellitenbetreiber SES und der Regierung von Luxemburg.

Die Mission war der 48. Flug einer Falcon 9, der sechste Einsatz einer bereits einmal geflogenen Erststufe, und bereits der dritte Einsatz einer "Gebrauchtstufe" für SES. Der eingesetzte Booster trug die Produktionsnummer 1032. Der hatte zuvor im Mai letzten Jahres den US-Geheimdienstsatelliten NRO-L76 abgesetzt, und war danach wieder nach Cape Canaveral zur "Landing Zone 1" zurückgekehrt. Anders als frühere bereits einmal verwendete Booster reinigte SpaceX die Rakete in diesem Fall nicht, und so trat sie ihre zweite Reise mit den Schmauchspuren des ersten Fluges an. Dies tat dem Missionserfolg allerdings keinen Abbruch.

Die Bergung des Boosters war aus mehreren Gründen nicht vorgesehen. Zum einen wird das Bergungsschiff gerade für die Rückführung der Zentralstufe der Falcon 9 Heavy vorbereitet und konnte schon deswegen für diese Mission nicht auslaufen. Zum zweiten handelte es sich beim Core 1032 um eine Block-3-Stufe, die ohnehin nur für eine einmalige Wiederverwendung vorgesehen ist. SpaceX beabsichtigt nicht, Block 3-Stufen einzulagern, die nicht erneut fliegen werden. Und schließlich führte SpaceX mit der Stufe im Anschluss an die GovSat-1 Startmission einen Landedemonstration mit hohen Verzögerungswerten durch. Um diesen Versuch zu beobachten, und um die Nutzlastverkleidung zu bergen, hatte SpaceX zwei Schiffe, die "Go Quest"  und die "Go Searcher", in den Atlantik entsandt. Core 1032 blieb bei der Landung im Wasser weitgehend unbeschädigt, und SpaceX überlegt nun doch noch, den Booster in den Hafen zurückzuschleppen.  

Bild: Logo der Startmission; Credit: SpaceX