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BugsÜber Blue Origin etwas herauszufinden stellt sich immer ziemlich schwierig dar. In diesem Laden friemelt man nach wie vor ganz im Geheimen vor sich hin und keiner hat so recht eine Ahnung, was die da eigentlich so treiben und welchen Umfang das annehmen könnte. Aber ab und an müssen auch die Manager von Blue Origin aufs Amt, um sich was genehmigen zu lassen. Die Ergebnisse dieser Anträge müssen dann dort wie hier veröffentlicht werden. Und das ist dann der Moment, an dem man seine Schlussfolgerungen ziehen kann.

Das “Federal Aviation Administration Office of Commercial Space Transportation”, kurz AST, (so eine Institution gibt es leider nur in den USA, nicht bei uns, deswegen geht bei uns in diesen Dingen auch nichts voran) führte für Blue Origin ein in den USA verpflichtendes “environmental assessment” durch und postete das Ergebnis auf seine Webseite.Wer Interesse hat, hier ist es. Das Dokument ist stattliche 113 Seiten lang, hat also einen Umfang, der einer gestandenen Behörde gut zu Gesicht steht. Dennoch ist es durch und durch vernünftig. Es basiert auf Blue Origins Antrag, zwischen 2014 und 2019 bis zu 246 suborbitale Flüge bis in Höhen von 350.000 Fuß (110 Kilometern) auf dem Firmengelände im Culberson County in Texas durchzuführen (genannt die "Corn Ranch"). 

Jeff Bezos hat dort einmal ganz klein angefangen: mit 630 Quadratkilometern Land. Damit ihm auf diesem winzigen Grundstück die Nachbarn nicht ständig über den Zaun gucken hat er in den Folgejahren in größerem Umfang zugekauft, so dass seine Liegenschaften dort inzwischen knapp dem Staatsgebietes von Luxemburg entsprechen.

Die FAA bestätigte, dass von Umweltgesichtspunkten aus den Aktivitäten des Unternehmens nichts im Wege steht. Es bedeutet übrigens nicht, dass Blue Origin tatsächlich alle 246 Flüge unternimmt, denn für den Zeitraum zwischen 2006 und 2011 hatte das AST das Verfahren schon einmal durchgeführt. Damals beantragte man für einen Sechsjahreszeitraum 52 Flüge. Tatsächlich durchgeführt wurden am Ende ganze fünf. Einen sechsten Flug gab es 2012, allerdings auf Grundlage eines Einzel-Permits, denn der gehörte zum Commercial Crew Development Programm der NASA“.

Das positive “Environmental Assessment” war die Voraussetzung für den nächsten Schritt im Genehmigungsverfahren. Jetzt braucht Blue Origin entweder eine Lizenz um sowohl Testflüge als auch kommerzielle Passagierflüge durchzuführen, oder eine Lizenz nur für Testflüge. Gegenwärtig hat Blue Origins keins von beiden. Das „Environmental Assessment„  war immerhin der langwierigste Teil des Verfahrens. Der Rest sollte in weniger als drei Monaten abgeschlossen sein. SpaceRef hat eine ganz gute Zusammenfassung der Story.