Mit dem Start von Beidou 3M19 und 3M20 ist das chinesische Beidou-Satellitennavigationsnetzes in seiner „Basis-Ausstattung“ komplett. Die beiden letzten Einheiten gehören zur Systemkomponente, die auf mittelhohen Erdumlaufbahnen stationiert wird und mit je acht Satelliten auf drei Bahnebenen belegt wird. Es war dies der siebte Beidou-Start des Jahres. Von nun an werden nur noch Reserve- und Ersatzeinheiten in den Orbit gebracht. Alle orbitalen Positionen auf mittelhohen Bahnen, die für die Abdeckung eines weltweiten Netzes erforderlich sind, sind somit mit Satelliten der dritten Generation besetzt.

Das vollständige globale Beidou-System wird inklusive der Reserveeinheiten insgesamt 30 Einheiten der dritten Generation umfassen. Zusätzlich zu den 24 Einheiten auf mittelhohen Orbits gibt es noch sechs auf geostationären Bahnen. Von denen sind drei auf fixen geostationären Bahnen stationiert, drei weitere auf inklinierten Bahnen. Tatsächlich sind die beiden neuen Fluggeräte insgesamt schon die Beidou-Satelliten Nummer 52 und 53. In dieser Gesamtzahl sind aber auch die frühen Prototypen und Testeinheiten, sowie die Satelliten der Beidou 2-Reihe mitbeinhaltet.

Die Mission begann um 8:22 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startrampe 3 des zentralchinesischen Weltraumbahnhofs Xichang. Für den Träger, eine Rakete des Typs Langer Marsch 3B Y1 dauerte die Mission bis zum Absetzen der beiden Raumfahrzeuge etwa vier Stunden. Danach wurden die Satelliten von der dritten Stufe der Rakete auf einer nahezu kreisförmigen Umlaufbahn in einer Flughöhe von 21.400 Kilometern bei einer Bahnneigung zum Äquator von 55,5 Grad freigegeben.

Von nun an werden nur noch zusätzliche Einheiten gestartet, um Reserven für plötzliche Ausfälle verfügbar zu haben oder nach Ablauf der technischen Lebensdauer alter Satelliten diese zu ersetzen. Im kommenden Jahr werden deshalb deutlich weniger Starts für das Beidou-System erwartet. Man geht von zwei bis maximal vier neuen Einheiten aus.

Bild: Start der Langer Marsch 3B Y1 mit den beiden Beidou-Satelliten; Credit: weibo.com