Die Mission am 25. September war der letzte Einsatz eines Trägers des Typs Sojus FG. Es war der 70. Flug einer Rakete dieser Baureihe. Als Nutzlast trug sie das bemannte Raumschiff Sojus MS-15 in den Orbit. Die Sojus FG stellte eine Brückenversion zwischen der älteren Sojus U und den neueren Sojus 2-Trägerraketen dar. Möglicherweise war diese Mission auch der letzte Start von der historischen Startrampe 1/5, von der aus schon Juri Gagarin den ersten bemannten Orbitalflug in der Geschichte der Menschheit angetreten hatte.

An Bord von Sojus MS-15 befand sich eine internationale Crew, bestehend aus dem Sojus-Kommandanten Oleg Skripotschka, der US-Astronautin Jessica Meir und Hassa al-Mansuri, dem ersten Astronauten der Arabischen Emirate.

Der Liftoff erfolgte um 15:57 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Das Anlegemanöver an der ISS fand weniger als sechs Stunden später statt, nämlich um 21:42 Uhr. An Bord der ISS wurden die Neuankömmlinge vom Commander der Expedition 60, Alexeij Owtschinin sowie von den derzeit weiteren fünf Besatzungsmitglieder der ISS, nämlich Alexander Skortzow, Luca Parmitano, Nick Hague, Christina Koch und Drew Morgan begrüßt. Nach längerer Zeit befinden sich damit wieder einmal kurzfristig neun Personen an Bord der ISS.

Der Erstflug der Sojus FG war am 20. Mai 2001 erfolgt. Die Nutzlast war damals das unbemannte Versorgungsraumschiff Progress M1-6. Der erste bemannte Flug mit der Sojus FG wurde am 30. Oktober 2002 durchgeführt, seinerzeit mit dem Raumschiff Sojus TMA-1. Seit der "Pensionierung" des Space Shuttles im Jahre 2011 war die Sojus FG der einzige Träger weltweit, mit dem bemannte Raumflüge zur ISS durchgeführt werden konnten.. Von ihren 70 Einsätzen waren 69 erfolgreich. Der einzige Fehlstart ereignete sich letzten Oktober beim Start von Sojus MS-10. Die Rettungssysteme an Bord der Rakete und der Nutzlast arbeiteten jedoch korrekt, so dass die Crew unbeschadet landete. Zukünftig werden die bemannten Starts mit Sojus-Raumkapseln von der Sojus 2.1a-Trägerrakete durchgeführt.

Die Zukunft der Startanlage 1/5 ist ungewiss. Von dieser Startrampe aus erreichte nicht nur Yuri Gagarin den Weltraum, sondern zuvor auch Luna-Raumsonden, die ersten Sputnik-Satelliten und die erste Interkontinentalrakete der Welt, die R-7, die ja bekanntlich auch der Stammvater auch der Sojus-Rakete ist. Zwar gibt es Gerüchte, dass diese historische Rampe zukünftig für Flüge der Sojus 2 umgebaut wird, aber dafür gibt es keinerlei reale Anzeichen. Somit finden alle Sojus 2-Flüge der nächsten Zukunft an der Rampe 31/6 des Kosmodroms statt.

Bild: Logo der Mission Sojus MS-15; Credit: Roskosmos