Beim vierten chinesischen Orbitalstart in Folge, ohne dass es einen Start aus einem anderen Land dazwischen gegeben hätte, brachte eine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 3B/YZ-1 zwei neue Navigationssatelliten des BeiDou-Systems in eine mittelhohe Erdumlaufbahn. Startort war der zentralchinesische Weltraumbahnhof Xichang. Es war die vierte Mission zur Fertigstellung der Konstellation in diesem Jahr.

Der Einsatz begann um 23:10 Uhr  mitteleuropäischer Zeit an der Startrampe 2 des Raumfahrtzentrums. Vier Stunden später wurden die beiden neuen Einheiten von der dritten Stufe der Trägerrakete auf einer leicht elliptischen Umlaufbahn mit einem Perigäum von 21.500 Kilometern, einem Apogäum von 22.200 Kilometern und bei einer Bahnneigung von 55,5 Grad zum Äquator abgeliefert. Die Startmasse jedes der beiden Raumfahrzeuge betrug 1.014 Kilogramm. Gebaut wurden sie von der CAST, die etwa die Hälfte der Beidou-Satelliten herstellt. Die andere Hälfte kommt von der CAS.

Die Aktivitäten zur Komplementierung des Systems werden auch in den kommenden Monaten anhalten. So sind in diesem Jahr noch mindestens zwei Beidou-Starts zu erwarten. Rechnet man alle Starts für das chinesische Satellitennavigationssystem seit dem Jahre 2000 zusammen, also auch Raumfahrzeuge der Phasen 1 und 2 des Programmes, dann waren das die Navigationssatelliten Nr. 47 und 48. Die beiden neuen Einheiten werden die Positionen 3 und 5 in der Bahnebene C besetzen.

Fun fact: Für die USA gab es zuletzt vier aufeinanderfolgende Starts - ohne Missionen anderer Nationen zwischendrin - im Jahre 1961. Bei der Sowjetunion im Jahre 1966. 53 Jahre später erreicht auch China.

Bild: Die Nutzlastverkleidung mit den beiden darin eingeschlossenen Satelliten wird zur Startanlage transportiert; Credit: ChinaNews