Eine Trägerrakete der United Launch Alliance (ULA) brachte am 22. August einen Navigationssatelliten des US GPS-Systems auf eine mittelhohe Erdumlaufbahn. Es handelte sich um die letzte Trägerrakete der Delta 4-Medium-Reihe (Delta 4 M). Dieser Typ wird nun nach fast 17 Jahren aus dem Betrieb genommen. Ihren erster Einsatz hatte sie am 20. November 2002, als ein Träger dieses Typs den Kommunikationssatelliten Eutelsat W5 in einen geostationären Transferorbit brachte. Von der Delta 4 werden zukünftig nur noch einige wenige Exemplare der "Delta Heavy" fliegen, allerdings sind auch deren Tage gezählt.

Die Delta 4 war aufgrund ihrer sehr hohen Produktionskosten nie ein häufig eingesetzter  Träger. In ihrer bisherigen Dienstzeit brachte sie es auf gerade einmal 40 Missionen. Von denen waren 29 Einsätze der Medium-Versionen. Sie war aber aufgrund ihrer sehr hohen Zuverlässigkeit (alle Flüge waren erfolgreich) bei den Kunden dennoch beliebt.

Die bei diesem letzten Flug eingesetzte Variante war, genau wie beim ersten Flug vor 17 Jahren, eine Delta 4 M+(4,2). Dies besagt, dass eine Nutzlastverkleidung von vier Metern Durchmesser verwendet wurde und zwei Feststoffbooster zur Startunterstützung zum Einsatz kamen. Der Liftoff erfolgte fünf Minuten nach Beginn eines 27 Minuten langen Startfensters um 15:06 Uhr mitteleuropäischer Zeit (9:06 Uhr morgens US-Ostküstenzeit) an der Startanlage 37B der Luftwaffenbasis Cape Canaveral.

13 Minuten und 36 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe hatte die Centaur-Oberstufe mit dem Satelliten einen Übergangsorbit erreicht. Danach folgte eine 54 Minuten lange Driftphase, bevor das RL-10 Triebwerk erneut für drei Minuten und 27 Sekunden in Betrieb genommen wurde. Eine Stunde und 55 Minuten nach dem Liftoff trennte sich der Satellit von der Oberstufe. Zu diesem Zeitpunkt war ein Orbit mit einem Perigäum von 1.200 Kilometern,  einem Apogäum von 20.185 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 55 Grad erreicht.

Bei zwei Stunden und 31 Minuten erfolgte erneut ein Brennmanöver der Centaur, das dieses Mal nur etwa 15 Sekunden lang war. Das genügte aber, um sich selbst wieder aus der Umlaufbahn und in eine Absturzbahn zu befördern, wo sie sieben Stunden und neun Minuten nach Beginn der Mission verglühte.

Bei der Nutzlast handelt es sich um GPS III-2, die zweite Einheit der dritten Generation amerikanischer Navigationssatelliten. Sie sind gegenüber ihren Vorgängern in der Darstellung der Positionsgenauigkeit, in der Lebensdauer und hinsichtlich ihrer Störsicherheit verbessert. Lockheed Martin ist derzeit unter Vertrag, zehn dieser Einheiten zu bauen und bekam im September letzten Jahres den Auftrag, 22 weitere Satelliten der noch einmal verbesserten GPS IIIF-Reihe herzustellen. GPS III-2 trägt zusätzlich den Namen "Magellan" zu Ehren des portugiesischen Seefahrers Ferdinand Magellan, der als erster mit einem Schiff die Erde vollständig umfuhr.

Bild: Startposter der Mission; Credit: ULA