Das ist man bei SpaceX nicht mehr gewöhnt. In einem der selten gewordenen "expendable"-Starts, bei dem der Erststufenbooster nicht geborgen wurde, brachte das Unternehmen am 7. August den israelischen Kommunikationssatelliten AMOS-17 in eine geostationäre Transferbahn. Für eine Falcon 9 Block 5 ist es überhaupt erst das zweite Mal, dass sie als klassische "Wegwerfrakete" eingesetzt wird, aber die hohe Startmasse des Satelliten ließ keine andere Wahl zu. Eingesetzt wurde für diesen Flug "Core 1047.3", also ein Booster, derzuvor schon zwei Einsätze absolviert hatte, und für den es nun der dritte (und letzte) Flug war. Dementsprechend waren auch alle Landevorrichtungen an der Rakete demontiert.

AMOS-17 trat 30 Minuten nach Beginn eines 87 Minuten langen Startfensters seine Reise in den Orbit an. Die 30 Minuten waren notwendig, um erst eine Gewitterfront am Cape durchziehen zu lassen. Somit begann die Mission um 1:23 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 19:23 Uhr ostamerikanischer Ortszeit. Danach arbeitete die erste Stufe für zwei Minuten und 45 Sekunden bevor die Trennung von der zweiten Stufe erfolgte. Nach knapp neun Minuten erfolgte der erste Brennschluss der zweiten Stufe. Danach folgten 18 Minuten freier Drift, bevor der Triebwerk der zweiten Stufe noch einmal für eine Minute in Betrieb genommen wurde. Viereinhalb Minuten später, 31 Minuten und 55 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe, trennte sich der Satellit von der zweiten Stufe der Trägerrakete.

AMOS-17 wird Telekommunikationsdienstleistungen für Afrika, den mittleren Osten und Teile von Europa zur Verfügung stellen. Für diesen Zweck sind Transponder im Ka-Band, im Ku-Band und im C-Band an Bord. Seine Arbeitsposition wird er bei 17 Grad östlicher Länge über dem Äquator finden. Der beim Start ca. 6,5 Tonnen schwere Satellit wurde auf Basis der Plattform 702 von Boeing gebaut. Er kann der Kommunikationsnutzlast am Ende seines auf mindestens 15 Jahre geschätzten Einsatzlebens eine Leistung von 8,5 Kilowatt zur Verfügung stellen.

Spacecom, der Eigentümer von AMOS-17 erhielt den Start von SpaceX kostenlos. Grund dafür war ein Unfall bei einem Bodentest der Trägerrakete von AMOS-6 im September 2016, als es bei einem statischen Testlauf der Rakete - bereits mit dem Satelliten an Bord - zu einer verheerenden Explosion kam, bei der Rakete, Satellit und Startanlage zerstört wurden. Die damaligen Verträge sahen für den Fall eines Startversagers (was es damals aber tatsächlich nicht war, denn der Vorfall ereignete sich zwei Tage vor dem Start) einen kostenlosen Wiederholungsstart vor. Dennoch bot SpaceX seinerzeit einen kostenlosen Wiederholungsstart an, den Spacecom hiermit in Anspruch nahm.

Obwohl es für die Rakete selbst der letzte Einsatz war, gab es dennoch einen Erfolg in Sachen "Wiederverwendung" zu verzeichnen. Das für die Bergung der Nutzlastverkleidungen ausgerüstete Schiff "Ms. Tree" konnte eine der beiden Fairing-Hälften noch in der Luft auffangen.

Bild: Start von AMOS-17; Credit: SpaceX