Nur wenige Stunden nach dem Start von CRS-18 in Cape Canaveral und weniger als 24 Stunden nach der vorausgegangenen Orbitalmission startete China - ohne große Vorankündigung - am 26. Juli eine Gruppe von drei militärischen Beobachtungssatelliten mit der Bezeichnung Yaogan 30 Gruppe 5. Der Begriff "Yaogan" wird in China ähnlich verwendet wie die Kosmos-Bezeichnung in Russland. Es ist eher eine reine Zählnummer für militärisch definierte Satelliten denn eine sprechende Bezeichnung, aus der man den Zweck der Mission erkennen könnte. Mit ziemlicher Sicherheit sind die Satelliten aber Bestandteil der Chuangxin-5 Konstellation.

Die drei Einheiten wurden von einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch 2C von der Startanlage 3 des Raumfahrtzentrums Xichang aus gestartet. Der Start erfolgte um 5:37 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Über die Bahndaten ist noch nichts bekannt, doch wurden die früheren Satelliten dieser Reihe auf eine nahezu kreisförmige Umlaufbahn in etwa 600 Kilometern Höhe mit einer Bahnneigung von lediglich 35 Grad zum Äquator gebracht.

Die Satelliten wurden vom Zentrum für Kleinsatelliten der chinesischen Akademie der Wissenschaften entwickelt.

Wie bereits bei den anderen Dreiergruppen der Yaogan 30-Serie wurde auch diesmal bekannt gegeben, dass der Zweck der Satelliten sei, "elektromagnetische Versuche und andere Experimente" durchzuführen. Es dürfte sich tatsächlich um eine Konstellation kleiner Funkaufklärer handeln, die in relativ hoher Zahl gestartet werden, um eine hohe Wiederbesuchsrate über einem einmal überflogenen Gebiet sicherzustellen. Die Dreierkonstellation könnte darauf hinweisen, dass man auch die Quelle der abgehörten Funksignale mittels Triangulation genau lokalisieren möchte.

Bild: Start von Yaogan 30-05; Credit: ChinaNews