SpaceX hat die für die nächsten sechs bis neun Monate voraussichtlich letzte Mission von der Luftwaffenbasis Vandenberg in Kalifornien aus unternommen. Booster 1051 startete im berüchtigten Westküstennebel bei seinem zweiten Einsatz mit der wahrscheinlich teuersten Nutzlast, die je eine Falcon 9-Rakete in den Orbit gebracht hatte. Der komplette mehr als einstündige Start und die Landung der ersten Stufe in der nur 400 Meter von der Startposition entfernten Landing Zone 4 verliefen perfekt. Booster 1051 war im März für den Start des ersten – noch unbemannten – Crew Dragon eingesetzt worden. Die Mission war der 72. Flug einer Falcon 9. 71 dieser Flüge verliefen erfolgreich.

Die Mission nahm um 16:17 Uhr mitteleuropäischer Zeit ihren Anfang. Das entspricht 7:17 Uhr „Pacific Time“, wie sie an der Luftwaffenbasis Vandenberg gilt. Dort war es somit früher Morgen.

An Bord des Trägers befanden sich alle drei Raumfahrzeuge der kanadischen Radarsat 3-Konstellation. Ein beträchtliches Risiko, das die kanadische Raumfahrtagentur, Besitzer und Betreiber der drei Satelliten, auf sich nahm und ein Beweis in das Vertrauen, das Kanada in das SpaceX-System setzt. Das Gesamtgewicht der drei Einheiten dürfte, inklusive Dispenser, bei etwas über 5.000 Kilogramm gelegen haben. Der Versicherungswert der drei Satelliten betrug etwa eine Milliarde kanadische Dollar.

Wie schon die früheren kanadischen Radarsatelliten (Radarsat 1 und 2) sind auch die neuen Einheiten jeweils mit einem SAR (Synthetic Aperture Radar) ausgerüstet, das im C-Band arbeitet. Mit den Radarsats ist eine detaillierte Umweltbeobachtung unabhängig von Wetter und Wolken möglich. In der Praxis sollen dabei beispielsweise die Eissituation in der Beringstraße und der Nord-West-Passage überwacht werden, die Eisstärke in den Polargebieten, die Überwachung von Waldbränden, Unterstützung der Schiffsnavigation, Ernteprognosen und viele andere Dinge bis hin zum Desaster-Monitoring in Katastrophenfällen.

Die Satelliten können Bilder mit Schwadbreiten zwischen 20 und 350 Kilometern und Auflösungen bis herunter auf fünf Meter pro Bildpunkt machen.

Die drei Radarsats wurden von MacDonald, Dettwiler and Associates (MDA Corporation) im kanadischen Vancouver gebaut. Sie ist ein Tochterunternehmen der Maxar Technologies. Die Satelliten wurden auf Basis der SmallSAT Mac200-Plattform gebaut, die von Bristol Aerospace entwickelt wurde. Jedes der Raumfahrzeuge hat ein Startgewicht von 1.430 Kilogramm, ist 3,8 Meter lang und jeweils 1,1 Meter tief und breit. Die Radarantenne hat eine Spannweite von sieben Metern. Die Design-Lebensdauer der Satelliten soll mindestens sieben Jahre betragen, man geht aber von einer wesentlich längeren tatsächlichen Lebensspanne aus, denn die kanadischen Radarsats sind bekannt dafür, ihre Entwurfslebensdauer deutliche zu übertreffen. Radarsat 1 beispielsweise, der im November 1995 gestartet wurde, war nur auf eine Lebensdauer von fünf Jahren ausgelegt, brachte es am Ende aber auf 17 Jahre. Radarsat 2, ausgelegt für sieben Jahre, wurde im Dezember 2007 gestartet und ist nach wie vor im Dienst.

Bild: Missionslogo; Credit: CSA