Spektakulärer geht es nicht. Eine russische Trägerrakete des Typs Sojus 2.1b Fregat startete am 27. Mai von der Startanlage 43/4 des nordrussischen Kosmodroms Plesetzk mit einem russischen Glonass-Navigationssatelliten an Bord. Der Komplex ist momentan die einzige einsatzbereite von insgesamt drei Sojus-Startanlagen auf dem Kosmodrom. Die beiden anderen Rampen, 43/3 und 16/2 werden derzeit renoviert.

Die Startmission begann um 8:23 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Etwa 20 Sekunden nach Verlassen der Startrampe wurde die Sojus vom Blitz getroffen, was aber offenbar keine Auswirkungen auf die Rakete oder die Nutzlast hatte. Die Sojus-Rakete ist dafür bekannt, dass sie praktisch unter allen Wetterbedingungen starten kann. Ihre Mission endete gut dreieinhalb Stunden später mit der Freigabe des Satelliten. Dann war eine Kreisbahn in 19.140 Kilometern Höhe mit einer Bahnneigung zum Äquator von 64,8 Grad erreicht.

Bei dem abgesetzten Raumfahrzeug handelt es sich um Glonass M 58. Zählt man auch die Satelliten der Glonass-Basisversion dazu, dann war das bereits der 138. Glonass-Satellit seit dem ersten Start eines Raumfahrzeugs dieses Typs im Jahr 1982. Im Jahr 1996 war schon einmal die volle Bestücktung des Systems erreicht. Dann allerdings ließ Russland die Konstellation verfallen, und 2001 waren nicht einmal mehr 10 Satelliten einsatzfähig.

Die Raumfahrzeuge der Glonass-M Reihe haben eine normale Einsatzlebensdauer von etwa sieben Jahren. Die erste Generation Glonass-Satelliten verfügte sogar nur über eine Lebensdauer von etwa drei Jahren, was bedeutete, dass sie häufig ersetzt werden mussten. Die Einheiten der M-Serie wiegen jeweils 1.415 Kilogramm und können entweder als "Dreierpack" mit der Proton M gestartet werden, oder in Einzelstarts mit der Sojus.

Erneut droht die Konstellation auszudünnen. Über die Hälfte der aktiven Einheiten hat ihre normale Einsatzlebensdauer schon zum Teil weit überschritten. Seit einer Weile existiert auch eine fortschrittlichere Version dieser Satelliten mit der Bezeichnung Uragan-K. Zwei von ihnen befinden sich bereits im Orbit.

Bild: Start von Glonass M58; Credit: @egNews