Wieder einmal verzeichnete SpaceX eine Reihe von Erstleistungen. Beim Start am 24. Mai brachte das Unternehmen die ersten 60 Satelliten der firmeneigenen Starlink-Konstellation in den Orbit. Der Start der Satellitengruppe und die Landung der ersten Stufe verliefen perfekt. Alle 60 Satelliten haben sich inzwischen beim Bodenkontrollzentrum gemeldet und sind in guter Verfassung. Der Transport stellte die schwerste Gesamtnutzlast dar, die SpaceX bis heute gestartet hat.

Die Mission begann um 4:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der meistgenutzten Startanlage von SpaceX, dem Komplex 40 auf der Luftwaffenbasis Cape Canaveral. Eine gute Stunde nach dem Liftoff wurde das Paket der 60 Satelliten in einer Höhe von 440 Kilometern freigegeben. Von dieser Höhe aus werden sich die Einheiten mit ihrem Bordantrieb auf ihren 550-Kilometer Arbeitsorbit begeben. Die Oberstufe führte danach ein Retromanöver durch, brachte sich kontrolliert zum Absturz und verglühte in der Erdatmosphäre.

Die Satelliten sind vollständig von SpaceX in einem neuen Werk in Redmont im Bundesstaat Washington gebaut worden. In dieser Stadt befindet sich auch der Firmensitz von Microsoft. Auch wichtige Subsysteme, wie der Ionenantrieb und die Ku-Band Sendeanlage stammen von SpaceX. Jeder der Satelliten hat ein Einzelgewicht von 227 Kilogramm. Allein das führt zu einem Gesamtgewicht von 13.620 Kilogramm, welches die Falcon 9 in den Orbit brachte. Dazu kommt aber noch das (unbekannte) Gewicht des Adapters, der Trägerstruktur und des Freigabemechanismus, so dass am Ende etwa 18,5 Tonnen Nutzlast in den Orbit transportiert wurden. Die Falcon 9 hätte noch wesentlich mehr Nutzlast transportieren können, wenn sie im „expendable“-Modus geflogen wäre. SpaceX optierte aber dafür, die Erststufe für weitere Einsätze zu bergen. Aus diesem Grund wurde das Bergungsschiff „Of course I still love you“  etwa 620 Kilometer nordöstlich von Cape Canaveral im Atlantik stationiert, auf dem der Booster dann nach seinem Einsatz landete. Die eingesetzte Stufe dieser Mission war B1049.3, die ihren dritten Einsatz absolvierte. Auch die beiden Halbschalen der Nutzlastverkleidung konnten unbeschädigt geborgen werden.

Die Starlink-Satelliten sind mit einer Reihe von Antennen mit hoher Durchsatzleistung ausgerüstet. Sie verfügen jeweils über einen großen entfaltbaren Solargenerator und ein mit Krypton betriebenes elektrisches Hall-Triebwerk. Damit kann jeder der Starlink-Satelliten unabhängig seinen Orbit beibehalten, seine Position verändern und sich am Ende seiner wirtschaftlichen Lebensdauer selbst aus dem Orbit entfernen. Sie sind mit einem Startracker ausgerüstet, der es ihnen erlaubt, selbständig Weltraummüll auszuweichen. Wenn sie am Ende ihrer Lebensdauer in der oberen Erdatmosphäre verglühen, werden sie sich praktisch vollständig auflösen.

In der ersten Phase der Starlink-Stationierung die Satelliten in einer Umlaufbahn in 550 Kilometern, mit einer Bahnneigung von 53 Grad zum Äquator stationiert. Diese Höhe stellt die mittlere von insgesamt drei "Schalen" dar, auf denen Starlink-Satelliten um die Erde kreisen werden. Am Ende sollen es dort 1.584 Einheiten sein. Das bedeutet, dass auf 40 orbitalen Ebenen jeweils 66 Starlinks stationiert werden. Auf Basis dieser Planung muss SpaceX 24 Falcon 9-Starts durchführen. Ein Basisdienst ist allerdings schon mit einer Bestückung von nur 400 Satelliten möglich. Eine operationelle Schwelle für einen wirtschaftlichen Einsatz des Systems liegt bei etwa 800 Satelliten. Wenn die Bandbreitenanforderungen steigen, will SpaceX das System weiter ausbauen. In diesem Jahr sollen noch zwei bis vier weitere Starlink-Starts erfolgen.

Die maximale Ausbaustufe sieht vor, dass 210 Kilometer unterhalb der mittleren „Schale“ 7.518 weitere Startlinks stationiert werden. Sie bilden dann, in 340 Kilometern Höhe, die untere Schicht. Und schließlich soll es noch eine obere Ebene in 1.200 Kilometern geben, wo noch einmla 2.481 Starlinks stationiert wären. In der maximalen Ausbaustufe würden es dann 11.943 Starlinks sein, die einen weltumspannenden Breitband-Internet Dienst ermöglichen. Dieser Status könnte um das Jahr 2025 erreicht sein.

Bild: Missionslogo des Starlink 1-Starts; Credit: SpaceX