Eine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 4B brachte am 30. April zwei Erderkundungssatelliten der Tianhui-Reihe in eine sonnensynchrone, polare Erdumlaufbahn. Startort war der nordchinesische Weltraumbahnhof Taiyuan. Aufgaben der beiden neuen Satelliten sind, so die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua, Landvermessung, Kartierung und wissenschaftliche Weltraumexperimente. Ein wenig befremdlich war die Tatsache, dass der Start im Vorfeld nicht angekündigt war, und dass es nicht einmal die ansonsten weltweit üblichen NOTAMs (Notice to Airmen) gab, mit denen Sperrungen von Lufträumen international angekündigt und Gefahrenzonen ausgewiesen werden.

Der Start von Tianhui 2 01A und 01B erfolgte um 0:52 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 6:52 Uhr Pekinger Zeit. Der dreistufige Träger brachte die beiden Einheiten in eine sonnensynchrone Umlaufbahn mit einem Perigäum in 504 Kilometern Höhe, einem Apogäum von 518 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 97,45 Grad.

Die chinesischen Medien hielten sich mit Informationen über den Einsatzzweck der beiden Satelliten und technische Informationen sehr zurück, was Spekulationen befördert, dass sie einen militärischen Hintergrund haben. China startete bereits in den Jahren 2010, 2012 und 2015 Satelliten mit der Bezeichnung Tianhui 1. Dieses Mal war es der erste Doppelstart.

Bild: Start der Langer Marsch 4B mit den beiden Tianhui-Satelliten an Bord; Credit: Xinhuanet