Eine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 3B/G2 brachte am 20. April den Kommunikationssatelliten Beidou 3-I1Q in einen geostationären Transferorbit. Es war dies die ingesamt 100. Mission einer Trägerrakete der Langer Marsch 3-Reihe. Der Start des Raumfahrzeugs, von manchen Quellen auch als Beidou 3 IGSO-1 oder Beidou-44 bezeichnet, erfolgte um 16:41 Uhr mitteleuropäischer Zeit von der Startanlage 2 des zentralchinesischen Raumfahrtzentrums Xichang.

Der Satellit ist die erste Einheit der Beidou 3-Satelliten, die auf um 55 Grad inklinierten geostationären Bahnen stationiert werden. Deshalb war der Bahneinschuss ein wenig überraschend, den die chinesischen Missionsplaner vornahmen. Sie startete den Satelliten nämlich auf eine Standard-Transferbahn mit einem Perigäum von 220 Kilometern, einem Apogäum von 35.800 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 28,5 Grad. Der Inklinationswechsel auf 55 Grad soll vom Satelliten selbst im Rahmen der kommenden Apogäums-Brennmanöver durchgeführt werden. Möglicherweise geschieht das, um nicht neue Drop-Zones für die Booster, die erste Stufe und die Fairings einrichten zu müssen.

Insgesamt soll es für die Beidou 3-Reihe drei dieser inklinierten geostationären Raumfahrzeuge in der Gesamtkonstellation von 31 Einheiten geben. Der neue Satellit basiert auf der DFH-3B Plattform und weist eine Startmasse von etwa 4.600 Kilogramm auf.

Der bislang letzte Start von Beidou-Satelliten liegt fünf Monate zurück. Im November brachte eine Langer Marsch 3B/YZ-1 Beidou 3-M17 und M18 auf einen mittelhohen Erdorbit. Insgesamt sollen in diesem Jahr bei sieben Starts von Navigationssatelliten insgesamt neun Einheiten der Beidou-3 Reihe und die letzte Einheit der Beidou-2 Reihe gestartet werden.

Bild: Gruppenfoto des Projektteams vor der Langer Marsch 3B-Trägerrakete; Credit: ChinaNews