Eine russische Trägerrakete des Typs Sojus 2.1a brachte am 4. April einen neuen Progress-Nachschubtransporter für die Crew der Internationalen Raumstation in den Orbit. Es ist dies die erste reine Versorgungsmission zur ISS des Jahres 2019 (beim SpX-DM 1-Testflug vor einem Monat wurden allerdings ebenfalls schon 450 Kilogramm Nutzlast zur ISS gebracht). Erstmals wurde dabei ein Raumschiff auf eine "superschnelle" Transferbahn zur Station geschickt. Drei Stunden und 23 Minuten, und nach dem Absolvieren von nur gut zwei Erdumkreisungen, legte die Progress auch schon am Pirs-Modul der ISS an. Das Standardverfahren für einen Transfer zur ISS dauerte bislang zwei Tage.

Die Mission begann um 13:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startanlage 31/6 des Kosmodroms von Baikonur. Neun Minuten später war das Raumfahrzeug in einem Übergangsorbit in 200 Kilometern Höhe angekommen. Nach der Vermessung des Orbits erfolgte eine Reihe von Brennmanövern mit den Haupttriebwerken der Progress, um die ISS auf ihrer Bahn in gut 410 Kilometern Höhe zu erreichen.

Um das "superschnelle" Rendezvous durchführen zu können, durfte die Sojus - Trägerrakete ihren geplanten Startzeitpunkt um nicht mehr als eine Sekunde verfehlen. Zusätzlich musste auch die Bahn der ISS genau abgestimmt sein. Hätte es am 4. April mit dem pünktlichen Start nicht geklappt, dann hätte die Progress zu einem anderen Termin ein Standard-Rendezvousverfahren mit dem zweitägigen Transfer durchführen müssen. Progress MS-11 bringt insgesamt 3.412 Kilogramm Fracht und Treibstoffe und Betriebsstoffe zur ISS und soll bis Ende Juli an der Station bleiben.

Progress MS-11 ist die insgesamt 163. Progress-Mission in der Geschichte der Raumfahrt. Der Einsatz dieser Nachschub-Schiffe geht zurück bis zu den sowjetischen Salut-Raumstationen. Im Rahmen des Raumstationsprogrammes ist es der 74. Einsatz einer Progress.

Bild: Progress MS-11 nähert sich dem Dockingstutzen des Pirs-Moduls der ISS. Credit: Roskosmos