Am 22. März fand eine nahezu rein italienische Orbitalmission statt. Dabei brachte eine  Trägerrakete des Typs Vega, die weitgehend unter italienischer Leitung entwickelt und gebaut wird, den italienischen Satelliten PRISMA auf eine sonnensynchrone, polare Erdumlaufbahn. PRISMA ist ein Erdbeobachtungssatellit der italienischen Raumfahrtagentur ASI (Agenzia Spaziale Italiana) der von OHB Italia, dem italienischen Ableger der deutschen OHB System AG in Tortona (zwischen Genua und Mailand) konstruiert und gebaut wurde. Die Mission fand unter der Leitung der Arianespace statt, für die PRISMA das insgesamt 600. Raumfahrzeug war.

Für die Vega war es der insgesamt 14. Flug. Alle Einsätze verliefen bislang erfolgreich. Der Träger verließ um 22:50 Uhr lokaler Ortszeit die Startanlage 1 (ELA-1) des europäischen Weltraumbahnhofs Kourou, oder wie sie heute heißt, die "Zone de Lancement Vega (ZLV)". Dies entsprach 2:50 Uhr mitteleuropäischer Zeit. 54 Minuten nach dem Liftoff gab die Avum-Viertstufe der Vega den Satelliten in einer kreisförmigen Umlaufbahn in 615 Kilometern Höhe bei einer Neigung von 97,9 Grad zum Äquator frei. Weitere 49 Minuten später erfolgte ein abschließendes Brennmanöver der Avum-Stufe mit dem sie sich selbst wieder aus dem Orbit entfernte und gezielt zum Absturz gebracht wurde.

Das Akronym PRISMA steht für "PRecursore IperSpettrale della Missione Applicativa". Es handelt sich um den Vorläufer einer neuen kleinen Plattform für Erdbeobachtungssatelliten. Bei dieser Mission trug sie eine Hyperspektralnutzlast für Umweltüberwachung. PRISMAs gleichnamiges Sensorsystem stammt von Leonardo SpA und erfasst ein breites Spektralband angefangen vom sichtbaren Lichtbereich über den nahen Infrarotbereich bis in den kurzwelligen Infrarotbereich. Die spektrale Auflösung beträgt 12 Nanometer. Im Hyperspektralbetrieb beträgt die räumliche Auflösung etwa 30 Meter pro Bildpunkt. Dazu gibt es noch eine Schwarzweiß-Kamera mit einer Auflösung von fünf Metern pro Bildpunkt.

Das Startgewicht des Satelliten betrug 879 Kilogramm. Er ist für eine Lebensdauer von mindestens fünf Jahren ausgelegt.

Bild: Startposter der Mission VV14; Credit: Arianespace