Am 27. Februar brachte eine Sojus ST-B "Fregat M", die tropentaugliche und für den Startort Kourou spezialisierte Version des russischen Standardträgers, die ersten sechs Satelliten sowie vier Mock-ups der OneWeb-Konstellation in den Orbit. Es war der 21. Start einer Sojus vom südamerikanischen Weltraumbahnhof aus.

OneWeb ist auf den Kanalinseln registriert und hat eine ganze Reihe namhafter Investoren gefunden, die viel Kapital in das Unternehmen stecken. Dies sind die Airbus Gruppe, Bharti Enterprises, die Grupo Salinas, Hughes Network Systems, Intelsat, Qualcomm Incorporated, Coca-Cola und die Virgin Group. Größter Investor ist die Softbank Group, die über eine Milliarde Dollar in das Unterfangen investiert. Insgesamt hat OneWeb zwei Milliarden Dollar eingesammelt, um die erste Ausbauphase der Konstellation zu bewerkstelligen. Die Satelliten von OneWeb werden vom industriellen Partner Airbus in Florida gebaut und überwiegend von Arianespace gestartet.

Die nun gestarteten Satelliten haben eine "Pfadfinder-Funktion". Sie sind nicht Bestandteil der späteren weltumspannenden Internet-Konstellation sondern dienen als orbitale Testeinheiten dazu, technische und organisatorische Hürden zu erkennen und auszuräumen. Vor allem sollen sie aber die beantragten Frequenzen im Ku-Band sichern, deren Rechte am 29. November ausgelaufen wären, hätte OneWeb bis dahin nicht den Orbitalbetrieb aufgenommen.

Die Startmission begann um 22:37 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die Fregat M brachte die sechs Satelliten in eine polare Umlaufbahn in eine Höhe von 1.200 Kilometern. Die Missionsdauer vom Verlassen der Startrampe bis zum Absetzen des letzten Satelliten betrug 82 Minuten. Jedes der kleinen Raumfahrzeuge wiegt 147,4 Kilogramm und ist etwa so groß wie ein Kühlschrank.

In ihrem anfänglichen Vollausbau wird die Konstellation je 40 Satelliten in insgesamt 18 Bahnebenen aufweisen, die mit einer Bahnneigung von 87,77 Grad zum Äquator definiert sind. Die Satelliten werden danach weltweite Internetverbindungen in Glasfaserkabel-Qualität zur Verfügung stellen können. Zur Einrichtung dieser Konstellation hat OneWeb nicht weniger als 21 Sojus-Raketen bei Arianespace bestellt und eine unbekannte Anzahl von Flügen bei VirginOrbit für den Launcher One gebucht. Ein erster Basis-Service kann beginnen, sobald etwa 300 Satelliten stationiert sind. Für einen vollen Service sind etwa 648 Satelliten notwendig (wovon 48 als Orbit-Reserve dienen). Bei steigendem Bedarf kann die Anzahl der Satelliten noch deutlich ansteigen. Die "Serienstarts" sollen im August oder September 2019 beginnen, und danach soll alle 21 Tage eine Rakete mit 32 oder 38 Satelliten an Bord starten. Damit müsste eine globale Abdeckung durch OneWeb etwa Ende 2020 möglich sein.

Bild: Startposter der One Web 1-Mission; Credit: Arianespace