ErdfahrtWie meinte einst Helmut Schmidt? Wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen. Das Ansehen des Altbundeskanzlers steht in Deutschland hoch im Kurs. Vielleicht haben sich deswegen die Schöpfer des neuen deutschen Raumfahrtprogramms so streng an seine Mahnung gehalten. Bloß nicht den Verdacht aufkommen lassen, ein Fall für die "Klapse" zu sein. Oder auch nur ansatzweise Dinge zu propagieren, die einer strengen Kosten-Nutzen-Rechnung, dem heiligen Gral deutschen Rationalitätsdenkens, nicht standhalten zu könnten.

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Credit: Eugen Reichl Auch heute liegt die die Temperatur etwa beim Schmelzpunkt von Teer, der Schweiß bricht mir aus allen Poren. Außerdem war es gestern Abend in der "Letzten Instanz" viel zu spät bei womöglich etwas zu viel dunklem Bier.

"Der Tagesspiegel" heute früh im Hotel wusste es: Auf der ILA sieht man keine Frauen. Das ist gerade an diesen Geschäftstagen tendenziell leider wahr, meine Stichprobe hat ergeben, dass nur jeder vierte Besucher der Ausstellung eine Frau ist.

Weiterlesen: Impressionen von der ILA 2010 - 10 & 11. Juni

ILA 2010; Credig: Eugen Reichl Kurzfristig wurde der Ausstellerbus am Bahnhof Tiergarten gestrichen und durch einen Zug ersetzt der direkt zum Gelände führt (wie die spätere Recherche im Internet zeigt). Eine Gruppe ratloser Südkoreanischer Aussteller und zwei junge Journalisten haben das nicht mitbekommen und stehen wie ich an der Haltestelle, an der kein Bus kommt. Nirgendwo ein Schild oder ein sonstiger Hinweis auf die Änderung. Auch am Bahnhof selbst nirgendwo eine Anzeige. Gemeinsam finden wir heraus, wie wir mit dem Zug nach Schönefeld kommen. Und von dort mit dem Bus-Shuttle zum Gelände. Die Reise dauert 90 Minuten. Zu Fuß hätte es nicht wesentlich länger gedauert.

Weiterlesen: Impressionen von der ILA 2010 - 8. Juni

Mike Griffin im Gespräch; Credit: Eugen Reichl Die Hitze wabert weiter über der ILA. Ich schwitze wie sonst was. Heute früh bin ich mit dem ILA-Sonderzug für Presse und Aussteller gekommen, der sich im Schritttempo auf ausgeleierten Gleisen durch die märkische Heide quält. Er braucht fast eine Stunde vom Bahnhof Zoologischer Garten bis zum ILA-Eingang. Aufgrund der langsamen Geschwindigkeit nutzt es auch nichts, die Fenster des Waggons zu öffnen. Im Waggon fühlt sich trotzdem nach wenigen Minuten an wie in einer finnischen Sauna.
Weiterlesen: Impressionen von der ILA 2010 - 9. Juni

ILA; Credit: Eugen Reichl Es ist wieder ILA. Außerhalb des Ausstellungsgeländes herrscht das blanke Chaos, weil sich wieder einmal niemand die Mühe gemacht hat, die Zufahrten ordentlich zu beschriften. Oder überhaupt zu beschriften. Manchmal sind sogar Schilder da, kunstvoll in irgendwelche Hecken und Büsche hineingestellt, und gerade mal dann zu erkennen, wenn man daran vorbeifährt. Andreas, mein Berliner Freund, eigentlich mit erheblicher ILA-Erfahrung ausgestattet, kurvt eine geschlagene Stunde herum, bis wir die Zufahrt schließlich finden. Navi ist nutzlos, Straßen und Wege ändern sich in der Mega-Baustelle des Flughafens Schönefeld fast täglich. Und wer versucht, an den Aufbautagen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur ILA zu gelangen: Fehlanzeige. Die ILA-Organisation geht einfach mal davon aus, dass jegliche Anfahrt vor dem offiziellen Eröffnungstag ausschließlich mit dem Auto und mit keinem anderen Verkehrsmittel geschieht.

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