Der letzte russische Satellitenstart des Jahres nahm am 27. Dezember am neuen Weltraumbahnhof in Wostotschny seinen Anfang. Die Mission führte auf einen polaren, sonnensynchronen Orbit. Neben den beiden Erdbeobachtungssatelliten, Kanopus V Nr. 5 und 6, befanden sich insgesamt noch 26 Kleinnutzlasten an Bord der Sojus 2.1a "Fregat", die als Träger eingesetzt wurde.

Die Mission begann um 3:07 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startrampe 1S der neuen Anlage. 59 Minuten nach dem Verlassen der Startanlage, nach insgesamt zwei Zündperioden der Fregat-Oberstufe wurde der erste Kanopus abgesetzt, sechs Minuten später der zweite. Die Bahnhöhe lag für diese beiden Einheiten bei 522 Kilometern. Danach erfolgten zwei weitere Brennmanöver der Fregat-Oberstufe, die sich damit auf eine andere Umlaufbahn brachte, und elf weitere Passagiere in einer Umlaufbahn in 585 Kilometern Höhe absetzte. Die restlichen 14 Satelliten wurden zwischen 7:13 Uhr und 7:43 Uhr nach erneuten zwei Brennmanövern in 495 Kilometern Höhe platziert.

Die Kanopus-Satelliten werden sich zu einer kleinen Flotte von bisher vier Erdbeobachtungssatelliten gesellen, die von der russischen Raumfahrt-Agentur betrieben werden. Die erste Einheit wurde im Juli 2012 gestartet. Das "V" im Namen steht für "Vulkan". Das panchromatische Bilderfassungssystem fotografiert die Erde in drei verschiedenen Spektralbereichen. Das erfasste Spektrum reicht dabei vom normal-optischen Bereich bis in den nahen Infrarotbereich. Die Auflösungsgenauigkeit geht, je nach gewähltem Spektralbereich und eingesetztem Instrument, von 2,5 Metern pro Bildpunkt bis zu 25 Metern pro Bildpunkt.  

Die Kanopus-Satelliten werden von NPP VNIIEM in Zusammenarbeit mit der Surrey Satellite Technology Limited gebaut. Jeder der beiden Einheiten hat eine Masse von 473 Kilogramm.

Die 26 Sekundärnutzlasten wiegen 100 Kilogramm oder weniger. Der größte von ihnen, der 100 Kilogramm schwere GRUS-1 gehört dem japanischen Unternehmen Axelspace. GRUS-1 ist der erste von insgesamt drei Erdbeobachtungssatelliten des Unternehmens, der relativ hoch auflösende Bilder der Erdoberfläche (2,5 Meter pro Pixel) machen soll.

Die anderen 25 Satelliten an Bord sind nach dem Cubesat-Standard gebaut. Es sind dies

  • 12 Flock-3k Erdbeobachtungssatelliten von Planet Labs. Allesamt jeweils fünf Kilogramm schwere 3-Unit-Cubesats
  • ZACube-2, ein 3-Unit-Cubesat des Cape Peninsula University of Technology’s French South African Institute of Technology (CPUT). Ein vier Kilogramm schwerer Technologiesatellit
  • Lume 1, ein zwei Kilogramm schwerere 2-Unit-Cubesat aus Spanien von der Universidade de Vigo und dem Centre National de la Recherche Scientifique der Universität Porto
  • Acht Lemur-2 Erdbeobachtungssatelliten. Jeweils zwei Kilogramm schwere 3-Unit-Cubesats von Spire Global
  • iSat von German Orbital Systems - ein 3-Unit-Cubesat. Er wird für Kommunikationsversuche eingesetzt.
  • D-Star ONE Sparrow - ein 3-Unit-Cubsat. Ein Amateurfunksatellit von zwei Kilogramm Gewicht, ebenfalls von German Orbital Systems GmbH.
  • UWE-4 von Universität Würzburg und der Uni Dresden. Ein ein Kilogramm schwerer 1-Unit-Cubesat für Technologieversuche mit Ionen-Antrieben.

Bild: Start der Sojus 2.1a "Fregat" mit 28 Satelliten; Credit: Roskosmos