Mit einem Start für die US-Luftwaffe schloss SpaceX das Raumfahrtjahr 2018 ab. Bei der Mission am 23. Dezember brachte eine Falcon 9 Block 5 des Unternehmens den ersten Navigationssatelliten einer neuen Generation in den Orbit. Es handelt sich dabei um die erste Einheit der von Lockheed Martin gebauten GPS-3 Satelliten. Die Luftwaffe ließ sich den Start einiges kosten, bezahlte einen deutlich höheren Preis für die Rakete an SpaceX als üblich und kaufte eine neue Rakete die in der "expendable"-Version geflogen wurde. Sie war also nicht mit einer Landeausrüstung wie den Grid Fins ausgerüstet und verfügte auch nicht über Landebeine.

Es war im Übrigen der späteste Start im Jahr in Cape Canaveral seit dem Jahr 1995. Für SpaceX war es die 21. Mission in 2018, was für das Unternehmen einen neuen Rekord bedeutete. Im letzten Jahr waren es noch 18 Starts gewesen. Sechs Flüge erfolgten am Luftwaffenstützpunkt Vandenberg an der US-Westküste, zwölf von der Startrampe 40 in Cape Canaveral und drei von der Rampe 39A am Kennedy Space Center, nördlich des Cape.

Die Nutzlast mit der Bezeichnung GPS 3 SV01 "Vespucci" trat ihre Reise um 14:51 Uhr mitteleuropäischer Zeit von der Startanlage 40 aus an. Trägerfahrzeug war das "Core 1054", was Insidern sagt, dass es sich um die insgesamt neunte Block 5-Rakete handelt. Mehr als zwei Stunden später gab die zweite Stufe der Falcon 9 das Raumfahrzeug in einer Höhe von 8.700 Kilometern frei. Der erzielte Orbit wies ein Perigäum von 1.191 Kilometern auf, ein Apogäum von 20.200 Kilometern und eine Bahnneigung zum Äquator von 55 Grad. Von dort aus wird sich das Raumfahrzeug mit den Bordtriebwerken auf die endgültige Bahnposition bringen, wozu sieben Brennmanöver mit dem Haupttriebwerk notwendig sind.

SpaceX hat noch vier weitere Startaufträge für GPS-3 Satelliten in den Büchern. Die zweite Einheit, sie wird den Namen "Magellan" tragen, wird im Sommer 2019 allerdings mit einer Delta 4 der United Launch Alliance gestartet werden. Den dritten GPS-3 mit dem Namen "Columbus" soll wieder SpaceX transportieren, und zwar im Dezember 2019. Lockheed hat von der Air Force den Auftrag erhalten, insgesamt 32 GPS-3 Satelliten zu bauen.

Der beim Start 3.880 Kilogramm schwere "Vespucci" wird in der Bahnebene F im Slot 6 GPS-2R-2 ersetzen, der im Juli 1997 mit einer Delta 2-Rakete gestartet worden war, und nach wie vor einwandfrei funktioniert. Die US-Luftwaffe verfügt gegenwärtig über 31 operationelle Satelliten, von denen einige als "In-orbit-spares" dienen. Die neue Generation von Satelliten verfügt über viele Verbesserungen, insbesondere hinsichtlich Strahlungsfestigkeit, Signalstärke und Interoperabilität mit den Systemen Beidou, Galileo und QZSS (aus Japan). Man darf auch annehmen, dass eine Reihe militärischer Features der Satelliten gegenüber dem Vorgängermodell verbessert sind, vor allem hinsichtlich der Störsicherheit.

Bild: Missionslogo; Credit: SpaceX