Indiens Raumfahrt schloss am 19. Dezember ein sehr erfolgreiches Jahr mit dem perfekten Start einer verbesserten Version der GSLV Mark II-Rakete ab. Es war der insgesamt siebte indische Orbitalstart in diesem Jahr. GSLV steht dabei für "Geosynchronous Satellite Launch Vehicle". In der Mark II-Variante ist der Träger die zweitstärkste indische Orbitalrakete nach der GSLV Mark III. Dieses Mal brachte sie den Kommunikationssatelliten GSAT 7A für die indische Luftwaffe auf einen supersynchronen Transferorbit. Es ist der schwerste Satellit, der jemals mit einer eigenen indischen Trägerrakete in den Orbit gebracht wurde.

Die GSLV Mark II ist in der ersten Stufe mit einer feststoffbetriebenen Zentralstufe bestückt, die von vier flüssigkeitsbetriebenen Boostern unterstützt wird, die mit je einem Vikas-Triebwerk betrieben werden. Die zweite Stufe ist flüssigkeitsbetrieben und verwendet einen einzelnen Vikas-Motor. Vikas-Triebwerke sind Lizenz-Nachbauten der Viking-Erst- und Zweitstufentriebwerke der ehemaligen europäischen Trägerrakete Ariane 4. Als dritte Stufe verwendet die Rakete ein fortschrittliches Sauerstoff/Wasserstoff-Antriebssystem indischen Ursprungs.

Die Startmission begann um 11:40 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startrampe 2 des Satish Dhawan Raumfahrtzentrums auf der ostindischen Insel Shriharikota. Es war der insgesamt 13. Start einer Rakete der GSLV-Serie, wenn man alle Varianten zusammenzählt. Die dritte Stufe lief dabei bis zum völligen Verbrauch der Treibstoffe, um eine höchstmögliche Umlaufbahn zu erreichen. Etwa 19 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe war das erreicht. Die Umlaufbahn wies danach ein Perigäum von 171 Kilometern auf, ein Apogäum von 39.000 Kilometern und eine Bahnneigung zum Erdäquator von 19,37 Grad auf. Von dieser Position aus wird sich der beim Start 2.250 Kilogramm schwere Satellit selbst auf seine finale Position befördern, die bei 63 Grad östlicher Länge über dem Äquator liegen soll.

Bild: Die GSLV Mk. II wird in der Montagehalle auf den Start vorbereitet; Credit: ISRO