Die zweite Einsatzmission der Rocketlab Elektron innerhalb eines Montas stand ganz im Zeichen der NASA. Die hatte die Mission komplett gekauft und ließ vom Privatanbieter RocketLab insgesamt 13 Cubesats starten. Die Mission begann am privaten Spaceport des Unternehmens auf der Halbinsel Mahia in Neuseeland, die etwa 380 Kilometer südwestlich von Auckland liegt. Dort befindet sich auch das Hauptkontrollzentrum des Unternehmens. Die Mission bekam die inoffizielle Bezeichnung "This One's for Pickering", nach Sir William Pickering, der in Neuseeland geboren wurde und später das NASA-Team leitete, das Explorer 1 entwickelte und baute, den ersten US-Satelliten. Später wurde Pickering Direktor des Jet Propulsion Laboratory der NASA.

Der nur 17 Meter lange Kleinträger hob genau zu Beginn des Startfensters, um 5:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit am 16. Dezember (12:00 Uhr Ortszeit am 17. Dezember), ab. 56 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe lieferte die Curie-Kickstufe (eine spezielle kleine Oberstufe für den endgültigen Bahneinschuss9 die 13 Satelliten auf einer Kreisbahn in 500 Kilometern Höhe bei einer Bahnneigung zum Erdäquator von 85 Grad ab.

Die Rakete ist für Transporte kleiner Nutzlasten maßgeschneidert. Diese Nutzlasten sind ansonsten auf so genannte "Rideshare"-Flüge angwiesen, also Mitflüge auf größeren Raketen. Dort können sie aber in der Regel nicht die gewünschten Umlaufbahnen ansteuern und müssen sich auch stets nach den Anforderungen der jeweiligen Primärnutzlast richten.

Die Mission war der erste Einsatz, den die NASA unter dem so genannten "Venture Class Launch Service (VCLS)" Programm beschafft hat. Unter dieser Programmbezeichnung sind Aufträge an RocketLab, Virgin Orbit und Firefly Aerospace für den Start von Kleinsatelliten gegangen. Von den dreien hat allerdings bislang nur RocketLab einen einsatzfähigen Träger.

Die Rocketlab Elektron kann Nutzlasten bis 150 Kilogramm Gewicht in eine polare Umlaufbahn bringen, oder etwa 225 Kilogramm in eine niedrige Umlaufbahn genau östlicher Richtung starten. Bei dieser Mission betrug das Gesamtgewicht aller Nutzlasten ohne die Curie-Kickstufe 78 Kilogramm. Die Satelliten, die bei dieser Mission gestartet wurden sind:

- ALBus, ein 3-Unit-Cubesat von NASA Glenn in Cleveland. Ein Technologiesatellit

- CeREs, ein 3-Unit-Cubesat des NASA Goddard Spaceflight Centers. Ein astrophysikalischer Forschungssatellit.

- CHOMPTT, ein 3-Unit-Cubsat der Universität Florida in Gainesville. Ein Technologiesatellit

- CubeSail 1 und 2. Zwei 1,5 Unit-Cubesats, die mit einem Seil miteinander verbunden sind. Es handelt sich dabei um Technologiesatelliten der Universität von Illinois Urbana-Champaign.

- Da Vinci, ein 3-Unit-Cubesat der North Idaho STEM Charter Academy in Rathdrum. Ein Lehrprojekt.

- ISX, ein 3-Unit-Cubesat der von SRI International und der Cal Poly in San Luis Obispo in Kalifornien entwickelt und gebaut wurde. Ein Ionosphärenforschungssatellit.

- NMSat, ein 3-Unit-Cubesat der New Mexico Institute of Mining and Technology in Socorro, New Mexico. Er dient der Atmosphärenforschung.

- RSat-P, ist ein 3-Unit-Cubesat der US Naval Academy in Annapolis, Maryland. Ein Technologiesatellit.

- SHFT-1, ein 3-Unit-Cubesat der DARPA, entwickelt in Partnerschaft mit der NASA. Ein Ionosphären-Forschungssatellit.

- Shields-1, ein 3-Unit-Cubesat des Langley Research Centers in Hampton, Virginia. Ein Technologiesatellit.

- STF-1, ein 3-Unit-Cubesat, entwickelt in einer Zusammenarbeit zwischen dem Independent Verification and Validation Programm der NASA, der West Virginia University und den West Virginia Small Businesses.

- Aerocube 11. Zwei 3-Unit-Cubesats der Aerospace Coroporation in El Segundo, Kalifornien. Die beiden Satelliten tragen die Namen TOMSat R3 und Eagle Scout. Es handelt sich dabei um zwei Technologie-Satelliten.

Bild: Missionslogo; Credit: RocketLab