Am 3. Dezember brachte eine Trägerrakete des Typs SpaceX Falcon 9 im Rahmen einer so genannten "Rideshare-Mission" nicht weniger als 65 Satelliten auf einmal in den Orbit. Wobei die Zahl nicht vollständig klar ist, und vor allem auch nicht die Zählweise. Die Mission trägt die Bezeichnung SSO-A (für: Sun Synchronous Orbiter - A). Die Satelliten stammen von 34 verschiedenen Betreibern und aus 17 verschiedenen Ländern. Sie waren an einem speziellen Absetz-System der Firma Spaceflight Incorporated montiert, das aus zwei freifliegenden Trägerelementen und einer Struktur besteht, die an der zweiten Stufe der Rakete befestigt war. Bei der ersten Stufe des eingesetzten Trägers handelte es sich um "Core 1046", ein Block 5-Booster der erstmals einen dritten Einsatz erlebte.

Die Firma Spaceflight Incorporated war es auch, welche die Falcon 9 für diesen Flug von SpaceX „charterte“, sämtliche Nutzlasten akquirierte, und Dispenser entwickelte, um diese im  Startgerät zu integrieren. Sie übergaben somit das fertige Nutzlastpaket an SpaceX, das im Wesentlichen nur noch den Start in die von SI gewünschte Umlaufbahn durchführte. Die Gesamtmasse der 64 Satelliten betrug rund 3.000 Kilogramm. Auf die verschiedenen Dispenser-Elemente entfielen dabei 1.332 Kilogramm.

Die Absetzmission verlief perfekt. Der Start der Falcon 9 erfolgte in der ersten Sekunde des verfügbaren 28 Minuten langen Startfensters vom Startkomplex 4E der Luftwaffenbasis Vandenberg in Kalifornien aus. Das "Core 1046" flog eine perfekte dritte Mission, nachdem sie im Mai und August schon jeweils einen Telekommunikationssatelliten von Cape Canaveral aus in den Orbit gebracht hatte und landete nach der Trennung von der zweiten Stufe vor der Küste der Vandenberg Air Force Base auf dem Bergungsschiff "Just read the instructions". Die Satelliten wurden auf einer nahezu kreisförmigen Umlaufbahn in 580 Kilometern Höhe bei einer Bahnneigung von 97,8 Grad zum Äquator abgesetzt.

Die komplexe Absetzsequenz für die 65 Nutzlasten begann drei Minuten und 46 Sekunden nach dem Brennschluss der zweiten Stufe und dauerte ziemlich genau 30 Minuten, soweit sie die Trägerrakete selbst betraf. Eigentlich lief die Aktion sogar über sechs Stunden, denn die Absetzmanöver der Satelliten von den beiden frei fliegende Trägerelementen dauerte wesentlich länger. Der obere der beiden "Free-flyer" trug dabei die meisten Satelliten und trennte sich als erstes von der zweiten Stufe der Rakete. Danach trennte sich der untere Carrier, gefolgt von vier größeren Satelliten die sich auf der fixen Struktur der zweiten Stufe befanden.

Die größeren Nutzlasten an Bord waren, alphabetisch geordnet, die folgenden:

  • Black Sky Global 2 ist eine Demonstrator-Mission für BlackSkyGlobal, einer US-Firma die 60 dieser Satelliten im Orbit stationieren will (Global 1 wurde erst vor einer Woche in Indien mit einer PSLV gestartet). Die Global-Satelliten wurden von Spaceflight Industries auf Basis ihrer SCOUT-Plattform gebaut und wiegen jeweils 56 Kilogramm
  • Capella 1 (wird auch unter dem Namen SpaceCap geführt) ist der Prototyp eines Radarsatelliten von Capella Space in Kalifornien, die einmal 36 Einheiten umfassen soll.
  • Eu:Cropis, ein 250 Kilogramm schwerer Satellit des DLR, der sich der biologischen Forschung widmet.
  • ESEO (European Student Earth Explorer) der ESA. 40-Kilogramm-Satellit gebaut von der Italienischen ALMA-Space mit Studentenexperimenten aus ganz Europa.
  • eXCITE, ein Demonstrator für eine Konstellation von Novawurks und der DARPA. Der 155 Kilogramm schwere Satellit wird im Laufe seiner Mission einen Subsatelliten mit der Bezeichnung SeeMee (für: Space Enabled Effects for Military Engagements) absetzen.
  • FalconSAT-6 ist ein 181 Kilogramm schwerer Experimentalsatellit der US Air Force Academy and Air Force Research Laboratories. Er soll neue Antriebstechnologien für Satelliten erproben.
  • Hawk A, B und C von HawkEye 360. Drei Prototypen einer neuen Konstellation. Sie dienen der Überwachung des weltweiten Luft- und Schiffsverkehrs.
  • ICEYE-X2 aus Finnland ist der Prototyp einer Konstellation von X-Band Kommunikationssatelliten.
  • KazSTSAT ist ein Erdbeobachtungssatellit aus Kasachstan. Er wiegt 105 Kilogramm und wird von der JV Ghalam LLP betrieben. Das Raumfahrzeug wurde von Surrey Satellite Technologies Ltd. (SSTL) gebaut.
  • NEXTSat-1 aus Korea, den das koreanischen „Korea Advanced Institute of Space Technology“ (KAIST) entwickelte und baute. Es handelt sich dabei um einen Technologiesatelliten, der als Demonstrator für eine zukünftige Satellitenplattform dient. Seine beiden Instrumente ISSS und NISS sind für astrophysikalische Forschung ausgelegt.
  • SkySat-14 und Skysat-15 sind zwei weitere Erdbeobachtungssatelliten. Sie stammen von Planet Labs. Jeder von ihnen wiegt 120 Kilogramm.
  • STPSat 5 ist ebenfalls ein Technologiedemonstrator. Dieses Mal für das US Department of Defences Space Test Program. Der Satellit basiert auf der SN-50 Plattform von Sierra Nevada.

Bei allen anderen Satelliten handelt es sich um Cubesats verschiedener Größen. Dies sind, alphabetisch geordnet:

  • AISTECHSAT 2 für die spanische AISTec, ein 6-Unit-Cubesat und ein Protoyp für eine Meeresüberwachungs-Konstellation.
  • Al Farabi 2
  • Astrocast 01 für die schweizerische Astrocast SA
  • Audacy 0, ein Demonstrator für ein Kommunikationssatellitennetz des US-Anbieters Audacy,
  • Black Hawk, ist ein 6-Unit-Cubesat der Blue Canyon Industries,
  • BRIO, wie THEA, ein Technologie-Satelliten von SpaceQuest aus Virginia.
  • Centauri 1 von und für die australische Space Fleet Technologies.
  • CSIM-FD (Compact Spectral Irradiance Monitor Flight Demonstration) der Universität von Boulder in Colorado, ein astrophysikalischer Satellit.
  • EAGLET 1, ein Erdbeobachtungssatellit, stammt von der OHB Italia S.p.A. für das italienische Verteidigungsministerium.
  • Enoch, ein Kunstobjekt des Los Angeles County Museum
  • Elysium-Star 2 von Eleysium Space trägt die Asche Verstorbener mit sich.
  • ExceedSat-1 von Exceed Space aus Indien
  • drei Flock-3s Satelliten, jeweils 3-Unit-Dove-Cubesats von Planet Labs,
  • Fox-1C von und für die Radioamateurvereinigung AMSAT.
  • Hiber 2, ein 6-Unit-Cubesat der holländischen Firma Hiber Global
  • ICE-Cap ist ein 3-Unit-Cubsat Technologiedemonstrator der US-Navy, der als Relay für das MUOS Satellitensystem eingesetzt werden soll.
  • Irvine 02 ist ein Ein-Unit-Cubesat der Irvine Public School Foundation.
  • ITASAT-1 vom Instituto Tecnológico de Aeronáutica Brasilien ist ein Technologie-demonstrator für verschiedene Zwecke.
  • JY1-Sat, ein Ein-Unit-Cubesat der Jordanischen Radioamateur-Gesellschaft. Der erste jordanische Satellit überhaupt.
  • KazSciSat-1 von der Ghalam LLP aus Kasachstan
  • KNACKSAT von der König Mongkut Universität Nordbankok.
  • KSAT-2 der Korean Air Force Academy ist eine Technologiesatellit
  • Landmapper 4 (vorher Corvus BC4) wird eine Multispektral-Bildmission für den US-Operator Astro-Digital ausführen.
  • MinXSS-2, von der Universität Boulder in Coloarda, ein 3-Unit-Cubesat für Sonnenbeobachtung.
  • MOVE-2 von der TU München.
  • Orbital Reflector, ein 3-Unit-Cubesat von OR Productions, den das Nevada Museum of Art gesponsort hat
  • ORS 7A und ORS 7B Polar Scouts Operationally Responsive Space, Dept. of Defense, Dept. of Homeland Security – USA.
  • Orbweaver 1 und 2, gebaut von Tethers Unlimited für die DARPA
  • PW-Sat-2 von der Technischen Universität Warschau.
  • RAAF M1 von der Royal Australian Air Force
  • Range A und Range B, zwei 1,5 Unit-Cubesats des Georgia Institute of Technology mit der Bezeichnung RANGE sollen Formationsflüge von Kleinsatelliten im Orbit erproben
  • Sea Hawk 1 der Universität von North Carolina, der die Farbe der Ozeane vermisst.
  • SIRION Pathfinder 2 für den australischen Operator Sirion Global.
  • SNUGLITE der Seoul National University ist ein Radio-Amateursatellit.
  • SNUSAT-2, ebenfalls von der Seoul National University, ist ein Desaster-Monitoring-Satellit
  • SpaceBee 5, 6 und 7 von Swarm Technologies.
  • Soumi 100 vom Aalto University Science and Technology in Finnland
  • THEA, wie BRIO ein Technologie-Satellit, stammt ebenfalls von SpaceQuest aus Virginia.
  • VESTA ist ein britisch/kanadisches Projekt von Honeywell Aerospace/SSTL/exactEarth Ltd., ein Technologiedemonstrator für Kommunikationstechnologien
  • VisionCube von der Korea Aerospace Universitäty, ein Atmosphärenforschungssatellit
  • WeissSat-1 ist eine Studentensatellit der Weiss School in Florida.

 

Bild: Missionslogo; Credit: SpaceX