Russland führte am 29. November einen der letzten Starts mit der Rokot-Trägerrakete durch. Ausgerüstet mit einer Briz-KM Oberstufe brachte der Träger drei militärische Datenrelay-Satelliten der Strela 3M-Reihe in den Orbit. Es handelt sich dabei um die Flugeinheiten 16 – 18 des Systems, das auch als Rodnik bezeichnet wird. Der Start erfolgte von der Anlage 133/3 des nordrussischen Weltraumbahnhofs Plesetzk. Nach dem erfolgreichen Start erhielten die drei Vehikel die Bezeichnung Kosmos 2530 – 2532.

Bei der Rokot handelt es sich in den ersten zwei Stufen um eine Interkontinentalrakete des Typs SS-19 „Stiletto“ (russische Bezeichnung: UR-100N). Erst die Briz-KM Oberstufe macht aus der Rakete einen zivilen Träger, der in der Lage ist, eine Nutzlast von bis zu 1.950 Kilogramm Gewicht in einen niedrigen Erdorbit zu transportieren.

Der Start erfolgte um 3:27 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 5:27 Uhr Moskauer Zeit. Die Umlaufbahn war mit einer Inklination von 82,5 Grad polarnah. Nach zwei Brennphasen setzte die Briz-KM Oberstufe die Satelliten auf einer Bahn in einer Höhe von annähernd 1.500 Kilometern ab und unternahm dann ein drittes Brennmanöver, um das Perigäum wieder auf 1.177 Kilometer zu senken. Dort setzte die Stufe offensichtlich einen vierten Satelliten ab, der in den russischen Medien aber weder erwähnt, noch bezeichnet wird. Es wurde zunächst vermutet, dass es sich hier um einen "Inspektor"-Satelliten handelte, wie er auch bei Rokot-Starts in den Jahren 2013, 2014 und 2015 abgesetzt worden war. Dabei hatte es in zwei der drei Fälle keine offiziellen Verlautbarungen dazu gegeben (Ausnahme: 2015). Spätere Analysen wiesen aber daraufhin, dass es sich eher um ein Massemodell des zukünftigen Blits-M Laser-Reflektor-Satelliten handelt

Die Mission war der zweite Rokot-Start des Jahres. Nur noch weniger der Raketen befinden sich im Inventar der russischen Streitkräfte, so dass das Rokot-Programm nunmehr langsam aber sicher seinem Ende zugeht. Die deutsch-russische Vertriebsgesellschaft Eurokot, gegründet für die internationale Vermarktung des Trägers, hat ihren Betrieb bereits eingestellt. Die restlichen Raketen werden ausschließlich für russische Nutzlasten verwendet.

Bild: Die Rokot mit den drei Rodnik-Satelliten vor dem Start; Credit: VKS