Weniger als einen Tag nach dem Start von Progress MS-10 von Baikonur ging ein weiterer Nachschubfrachter für die Internationale Raumstation auf die Reise. Dieses Mal vom US-Weltraumbahnhof Wallops Island aus. Die Durchführung der Mission lag bei Northrop Grumman, das erst kürzlich mit dem bisherigen Startdienstleister Orbital Sciences fusioniert hatte. Dabei wurde das Raumschiff Cygnus NG-10, von Northrop Grumman auf den Namen "S.S. John Young" getauft, mit einer Antares 230-Rakete gestartet. Der Name des Frachters bezieht sich auf den Astronauten (und zweimaligen Mondflieger) John Young, der am 5. Januar im Alter von 87 Jahren gestorben war.

Der Start erfolgte am 17. November, um 10:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechend 4:01 Uhr US-Ostküstenzeit). Wenige Minuten später setzte die zweite Stufe des Trägers das Raumfahrzeug auf einem Orbit mit einem Perigäum von 211 Kilometern, einem Apogäum von 268 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 51,6 Grad ab.

Es war der zweite Einsatz der Cygnus/Antares-Kombination in diesem Jahr. Das Raumfahrzeug bringt 3.431 Kilogramm Fracht zur ISS. 1.414 Kilogramm davon sind Nachschubgüter für die Besatzung, 1.044 Kilogramm bestehen aus wissenschaftlichen Gerätschaften und Experimenten, 942 Kilogramm sind Ersatzteile für die ISS, 115 Kilogramm bestehen aus Computerausrüstungen und 31 Kilogramm sind Ersatzteile für Raumanzüge.

Nach dem Abschluss der Nachschubmission wird die S.S. John Young auf eine höhere Umlaufbahn aufsteigen, und dort noch zwei Cubesats absetzen. Dies sind MYSat 1, ein Ein-Unit-Cubesat des Masdar Institute of Science and Technology in Abu Dhabi, der mit Unterstützung von Northrop Grumman Innovation Systems und der Al Yah Satellite Communications Company in den Vereinigten Arabischen Emiraten entstand, sowie der 3,7 Kilogramm schwere CHEFSat 2 der Naval Research Laboratories.

Bild: Missionslogo von Northrop-Grumman; Credit: Northrop Grumman