Eine Atlas 5 der United Launch Alliance (ULA) brachte am 17. Oktober den Advanced Extremely High Frequency 4 (AEHF-4) Kommunikationssatelliten der US-Luftwaffe in einen geostationären Transferorbit. Die Mission begann um 6:15 Uhr mitteleuropäischer (0:15 Uhr US-Ostküstenzeit) Zeit an der Startanlage 41 der Cape Canaveral Luftwaffenbasis in Florida. Die Mission war der insgesamt 79. Start einer Atlas 5 seit dem Erstflug dieses Typs im August 2002.

AEHF-4 ist die vierte Einheit in einer Konstellation von sechs Nachrichtensatelliten mit extrem hohem Datendurchsatz und modernster Militärtechnologie. Sie wurden entwickelt, um eines der primären Kommunikationsnetzwerke der Vereinigten Staaten und ihrer Alliierten zu verstärken und zu modernisieren. Sie werden zunächst zusammen mit den fünf operationellen Milstar-Satelliten arbeiten, die in den Jahren 1994 bis 2003 mit Titan 4-Trägerraketen gestartet wurden, und sich dem Ende ihrer Einsatzlebensdauer nähern, und diese schließlich ersetzen.

Die AEHF-Satelliten werden von Lockheed Martin hergestellt. Ihre Kommunikationsnutzlast stammt von Northrop Grumman. Sie basieren auf der Satellitenplattform A2100 von Lockheed Martin. Dank modernster Verschlüsselungstechnik sind sie sehr störsicher, sollen auch den elektromagnetischen Puls eines Atomschlages überstehen können, und haben zusätzlich eine „Crosslink-Capability“. Dasbedeutet, dass sie auch als Relay für die anderen Kommunikationssatelliten dieser Serie, sowie der Milstar-Satelliten fungieren können. Das gesamte AEHF-Programm kostet, inklusive Satelliten und Bodensegment, 9,24 Milliarden Dollar.

Voll betankt wog das Raumfahrzeug beim Start 6.168 Kilogramm. Die Lebensdauer ist auf mindestens 14 Jahre ausgelegt. Das Antriebs- und Lageregelungssystem ist gemischt mit chemischen und elektrischen Triebwerken bestückt. Die aus elf Antennen bestehende Sende- und Empfangsanlage ist ein Wunderwerk der Technik. Die uplinks an den Satelliten erfolgen im extremen Hochfrequenz-Spektrum des Radiobandes, bei 44 Gigahertz, während die Downlinks bei 20 Gigahertz stattfinden. Die übertragbare Datenrate hängt von der eingesetzten Antenne ab, und erreicht bis zu 8.192 Megabit pro Sekunde. Die Crosslinks zwischen den Satelliten laufen mit einer Übertragungsrate von bis zu 60 Megabit pro Sekunde.

Für diesen Start wurde die stärkste Version der Atlas 5 eingesetzt, die Version 551, mit fünf Aerojet AJ-60A Boostern, einer fünf Meter durchmessenden Nutzlastverkleidung und einer Centaur-Oberstufe mit einem einzelnen RL-10 Triebwerk. Bei früheren Starts von AEHF-Satelliten wurde die Variante 531 des Trägers verwendet. Mit der stärkeren Rakete ist es möglich, den Satelliten auf einen mittelhohen Transferorbit zu bringen, und damit den Treibstoffverbrauch für die Antriebsanlage des Satelliten, um den Zielorbit zu erreichen, zu verringern. AEHF-4 wurde dreieinhalb Stunden nach dem Start, und nach drei Brennperioden der Centaur-Oberstufe auf einem Orbit mit einem Perigäum von 8.900 Kilometern, einem Apogäum von 35.300 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 12,8 Grad abgesetzt. Die beiden letzten Einheiten der AEHF-Serie sollen im Juli 2019 und im März 2020 gestartet werden.

Bild: Startposter der AEHF-4 Mission; Credit: ULA