Arianespace brachte am 22. August den Klimaforschungssatelliten Aeolus der ESA in eine polare, sonnensynchrone Erdumlaufbahn. Der Start erfolgte vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch Guyana, dem "Centre Spatial Guyanais". Als Trägerrakete wurde eine Vega eingesetzt, Europas Startsystem für leichte Nutzlasten. Es war die 12. Mission für diesen Träger.

Die Mission begann um 23:20 Uhr an der "Zone de Lancement Vega", dem ehemaligen Launch Pad-1 in Kourou, von wo aus in den Jahren 1979 bis 1986 Raketen der Typen Ariane 1, 2 und 3 starteten. Die Vega ist eine vierstufige Rakete, mit drei Feststoffstufen und einer mit Hydrazin betriebenen Viertstufe mit der Bezeichnung Avum, die für die Orbitanpassung verwendet wird. Die Avum-Stufe führte nach der Trennung von der dritten Stufe der Rakete insgesamt drei Brennmanöver durch. Das erste dauerte acht Minuten und 34 Sekunden. Danach folgte eine Driftphase von 36 Minuten und 29 Sekunden Dauer, bis das Apogäum der Bahnellipse erreicht war. Danach führte die Avum-Stufe ein weiteres Brennmanöver durch, dieses Mal nur 20 Sekunden lang, um die Bahn zu zirkularisieren. 88 Sekunden nach dem zweiten Brennschluss wurde Aeolus abgesetzt. Noch einmal 50 Minuten später zündete die Avum erneut, dieses Mal für ein längeres Brennmanöver entgegen die Flugrichtung. Dies führte dazu, dass die Stufe eine halbe Erdumkreisung später in die Erdatmosphäre eintrat und wie geplant verglühte.

Die Mission Aeolus ist Bestandteil des "Earth Explorer Programme" der europäischen Weltraumbehörde ESA. Aeolus, benannt nach dem griechischen Gott des Windes, wird mit seinem Hauptinstrument, einem Laser Doppler-Lidar mit der Bezeichnung ALADIN (für: Atmospheric LAser Doppler INstrument) Windprofile in der Erdatmosphäre für den Höhenbereich unterhalb von 20 Kilometern erstellen. Das ist ein Bereich, der von der Troposphäre bis in die untere Stratosphäre reicht. Aeolus wird auf einer sonnensynchronen Bahn mit einer Höhe von 320 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 96,7 Grad eingesetzt werden.

Aeolus wurde von Airbus Defence und Space gebaut. Sein Design basiert auf der Plattform, die ursprünglich für Mars Express entwickelt worden ist, der seit 14 Jahren den Roten Planeten umkreist und immer noch voll funktionsfähig ist. Aeolus hat eine Startmasse von 1.357 Kilogramm und die Primärmission ist auf drei Jahre veranschlagt. Wobei man allerdings hofft, dass der Satellit deutlich länger betrieben werden kann.

Aeolus läuft bei der ESA auch unter der Bezeichnung "Earth Explorer 4", wäre damit also die vierte Mission die der Erforschung des Erdklimas gewidmet ist. Die vorausgegangenen Missionen waren GOCE (Global Ocean Circulation Explorer), SMOS (Soil Moisture and Ocean Salinity) und CryoSat. Es kam aber bei der Entwicklung des Lidar-Systems für Aeolus zu erheblichen technischen Problemen, die den Start um nicht weniger als 10 Jahre verzögerten. Aus diesem Grund ist Aeolus jetzt tatsächlich die fünfte Mission der Serie, denn die eigentliche Mission Nummer fünf im Programm, die drei-Satelliten der Swarm-Konstellation, wurden schon im Jahre 2013 gestartet.

Bild: Startposter Aeolus; Credit: Arianespace