China brachte in den frühen Morgenstunden des 31. Juli vom nordchinesischen Weltraumbahnhof Taiyuan aus den zivilen Erdbeobachtungssatelliten Gaofen 11 erfolgreich in einen Übergangsorbit für eine sonnensynchrone Erdumlaufbahn. Als Träger für das Raumfahrzeug wurde eine Rakete des Typs Langer Marsch 4B eingesetzt. Es war die 22. chinesische Raumfahrtmission des laufenden Jahres.

Die Rakete verließ die Startrampe um 5:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 11:00 Uhr zentralchinesischer Zeit. Aus den relativ ungewöhnlichen Bahndaten (Perigäum: 245 Kilometer, Apogäum 695 Kilometer, bei einer Bahnneigung zum Äquator von 97,4 Grad) und einer Abwurf-Zone für die erste Stufe, die ungewöhnlich nahe am Startgelände liegt, kann man davon ausgehen, dass die Nutzlast an der maximalen Gewichtsgrenze der Rakete für einen polaren Orbit liegt. Die notwendige Bahnanpassung wird der Satellit dann vermutlich mit Bordmitteln bewältigen.

Gaofen-11 ist ein optischer Bildaufklärer und gehört zum zivilen Erdbeobachtungsprogramm Chinas, das als CHEOS bezeichnet wird (China High-Resolution Earth Observation Systems) und als eines der großen nationalen Projekte mit technologisch-wissenschaftlicher Aufgabenstellung gilt. In diesem Programmrahmen sollen insgesamt 14 Satelliten gestartet werden. Gebaut wurde das Raumfahrzeug von der China Academy of Space Technology. Weitere Details gab die chinesische Presse bislang nicht bekannt.

Bild: Start von Gaofen 11 auf einer Rakete des Typs Langer Marsch 4B; Credit: Xinhuanet