Wieder wurde bei SpaceX ein Abschnitt der Produktions- und Entwicklungsgeschichte abgeschlossen, und der nächste Technologie-Schritt begonnen. Am 29. Juni startete vom Launch Pad 40 der Luftwaffenbasis  Cape Canaveral die letzte Falcon 9 mit einer Basisstufe der Block 4-Baureihe. Die Oberstufe entsprach dabei bereits dem von nun an gültigen Block 5-Standard. Die Nutzlast bestand in einer Dragon-Kapsel für die Versorgung der Internationalen Raumstation. Dieses Raumfahrzeug trug die Bezeichnung CRS-15 (für: Commercial Resupply Service).

Die Mission begann um 11:42 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 5:42 Uhr US-Ostküstenzeit. Damit war vor Ort eben die Morgendämmerung hereingebrochen, was für spektakuläre optische Effekte beim Aufstieg der Rakete sorgte. Insgesamt war es die 57. Mission einer Falcon 9-Rakete, die elfte Falcon 9-Mission in diesem Jahr und der 12. Trägerraketen-Einsatz für SpaceX insgesamt in 2018. Die erste Stufe wurde nicht wieder geborgen. Sie hat mit dieser Mission einen zweiten Einsatz absolviert, und für mehr als zwei Flüge sind die Block 4-Einheiten nicht zugelassen.

Die bei diesem Flug eingesetzte erste Stufe erlebte den bislang kürzesten Zeitinverall zwischen zwei Flügen. Sie war zuvor am 18. April bei einer anderen NASA-Mission gestartet worden und stand nun nach nur 72 Tagen erneut auf der Rampe. Der vorherige Rekord lag bei viereinhalb Monaten. Für alle künftigen Flüge soll jetzt die Block 5-Version der Falcon 9 eingesetzt werden. Mit dieser Variante sind bis zu 10 Wiederverwendungen ohne zwischenzeitliche Überholung möglich, und auch ein Abstand zwischen zwei Starts von nur 24 Stunden.

Es war dies auch der zweite Einsatz einer Dragon-Kapsel für die Versorgung der ISS in diesem Jahr. Das Raumfahrzeug trägt eine Nutzlast von 2.700 Kilogramm. Teilweise im druckbeaufschlagten Inneren oder im so genannten "Trunk", dem hinten offenen Gerätegehäuse, in dem Nutzlasten dem freien Weltraum ausgesetzt sind. Zu diesen Nutzlasten gehört beispielsweise LEE (Latching End Effector), praktisch eine „Hand“ für den kanadischen Roboterarm. Der Robotarm verfügt über zwei dieser Einheiten, und eine davon ist ausgefallen und muss nun ersetzt werden. Trotz der Missionsnummer 15 ist es bereits der 17. Flug einer Dragon zur ISS. Zwei Testflüge, ganz am Anfang des Programms, werden in der NASA-Nomenklatur nicht mitgezählt. Es ist das vierte Mal, dass eine bereits einmal eingesetzte Kapsel wiederverwendet wird.

Die aktuell eingesetzte Kapsel flog bereits bei der Mission CRS-9 im Jahre 2016. Damals war die Kapsel nach 36 Tagen an der ISS wieder zur Erde zurückgekehrt.

Im Inneren der Druckkabine des Dragon wurden auch insgesamt sechs Kleinsatelliten zur ISS transportiert. Sie werden von dort in einigen Wochen in den freien Weltraum entlassen. Drei der Satelliten gehören zu so genannten Biarri-Squad, einem multinationalen Projekt zum Studium potentieller militärische Anwendungen für Konstellationen mit kleinen Raumfahrzeugen. Es handelt sich dabei um drei jeweils drei Standardeinheiten große Cubesat-Plattformen, die von Boeing gebaut wurden und von den Partner-Ländern England, Australien und Kanada mit Instrumenten bestückt wurden. 

Die anderen drei Cubsats an Bord der Dragon sind Teil der von Japan geführten Bird-2 Konstellation. Jeder der Bird-Satelliten ist eine einzelne Cubsat-Einheit. Gebaut werden die Mikrosatelliten vom japanischen Kyushu Institute of Technology, in Partnerschaften mit Universitäten und Organisationen rund um die Welt. Die Bird-2 Satelliten wurden mit Universitäten in Bhutan, den Philippinen und Malaysia hergestellt. Bhutan-1 (auch als Bird BTN bezeichnet) wird dabei der erste Satellit des Königreichs Bhutan werden.

Bild: Missionsemblem; Credit: SpaceX