Am 12. Juni brachte eine japanische Trägerrakete des Typs H2A den Radar-Aufklärungssatelliten IGS Radar 6 in eine sonnensynchrone Erdumlaufbahn. Der Start erfolgte vom Raumfahrzentrum Tanegashima aus. Die Einheit wird zukünftig, wie alle IGS-Satelliten, vom japanischen "Cabinet Intelligence Centre" betrieben.

Die Mission begann um 13:20 Uhr Ortzeit, entsprechend 6:20 Uhr mitteleuropäischer Zeit, von der Startrampe 1 des Yosinobu Startkomplexes am Weltraumbahnhof Tanegashima. Für den Start wurde die insgesamt 39. H2A eingesetzt, wie meist in der Version 202, was bedeutet, dass sie mit zwei Boostern zur Startunterstützung arbeitet. Die zweite Stufe des Trägers setzte den Satelliten etwa 45 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe auf einer Kreisbahn in 500 Kilometern Höhe, bei einer Bahnneigung zum Äquator von 97,4 Grad ab.

IGS 6 wurde von Mitsubishi Electric hergestellt. Es ist insgesamt der 16. Satellit der IGS-Reihe, die sowohl aus optischen Aufklärern als auch aus Radarsatelliten bestehen. Das bislang letzte dieser Raumfahrzeuge, ein optischer Aufklärer, war erst vor drei Monaten gestartet worden. Trotz der für diese Einheit vergebenen Nummer 6 ist es tatsächlich schon der achte Radarsatellit der IGS-Reihe. Ein Satellit ging im Jahr 2003 bei einem Startunfall verloren, eine weitere Einheit, gestartet im Jahre 2015, dient als "in-orbit-spare" und bekam keine Nummer. Die Radarsatelliten verfügen über ein Auflösungsvermögen von weniger als einem Meter pro Bildpunkt.

Das IGS-Programm richtet sich vor allem gegen das Raketenprogramm des nordkoreanischen Nachbarn. Testflüge dieser Raketen führten in der Vergangenheit wiederholt über japanisches Territorium. Seit 2003 startet Japan daher in relativ regelmäßigen Abständen militärische Überwachungssatelliten um die Aktivitäten Nordkoreas genau unter die Lupe zu nehmen.

Bild: Start der H2A mit IGS-6; Credit: Narita Masahiro