China brachte am 2. Juni vom Weltraumzentrum Jiuquan aus den Umwelt-Monitoringsatelliten Gaofen-6 und den sechs Basis-Einheiten großen Cubesat Luojia-1, ebenfalls ein Erdbeobachtungssatellit, in eine polare Erdumlaufbahn in einer Höhe von 645 Kilometern. Als Träger wurde eine Rakete des Typs Langer Marsch 2D eingesetzt. Der Start erfolgte um 6:13 Uhr mitteleuropäischer Zeit von der Startrampe 94 des Weltraumbahnhofs. Es war bereits die 16. Orbitalmission Chinas in diesem Jahr.

Der Satellit ähnelt dem am 26. April 2013 gestarteten ersten Gaofeng-Satelliten, der über eine Schwarz-Weiß-Kamera mit einem Auflösungsvermögen von zwei Metern verfügt, über eine Multispektralkamera mit acht Metern Bildauflösung und eine mittelauflösende Kamera mit 16 Metern Auflösungsvermögen. Die chinesischen Medien gaben aber bekannt, dass das Kamerasystem verbessert wurde, und nun pro Bild eine größere Fläche bei gleicher Auflösung aufnehmen kann. Seine Hauptaufgabe wird im Landwirtschafts- und Katastrophen-Monitoring liegen.

Gaofen-6 wog beim Start 1.064 Kilogramm. Das Raumfahrzeug wurde von der China Aerospace Science and Technology Corporation (CAST) auf Basis der CAST-2000 Plattform gebaut und ist Bestandteil des CHEOS-Programms der chinesischen Regierung, bei dem, beginnend im Jahre 2010 bis 2020 mindestens 14 Erdbeobachtungssatelliten für die verschiedensten Aufgaben im Orbit stationiert werden sollen.

Der bislang letzte Gaofen-Satellit, der auf Atmosphärenforschung spezialisierte Gaofen 5, war erst am 8. Mai dieses Jahres gestartet worden. Mit an Bord war bei aktuellen Start auch der nur 10 Kilogramm schwere Kleinsatellit Luojia-1, den die Universität Juhan entwickelt und gebaut hat. Er ist der Prototyp für eine Konstellation, die am Ende aus 60-80 Kleinraumfahrzeugen bestehen soll, die Bilder mit einem Auflösungsvermögen von etwa 100 Metern von der Erde machen können.

Bild: Vorbereitungen für den Start von Gaofen-6 in Jiuquan; Credit: ChinaNews