Am 22. Mai führte SpaceX seine 10. Startmission des laufenden Jahres durch. An Bord der Trägerrakete des Typs Falcon 9 befanden sich insgesamt sieben Satelliten, die auf zwei unterschiedlichen Umlaufbahnen abgesetzt wurden. Zwei der Raumfahrzeuge bilden die GRACE Follow-On Mission und werden gemeinsam von der NASA und dem German Research Centre for Geosciences (GFZ) durchgeführt. Die fünf anderen Satelliten sind die Flugeinheiten 51-55 der Iridium NEXT Mobilfunk-Konstellation.

Die Mission begann um 21:47 Uhr mitteleuropäischer Zeit (12:48 Uhr Ortszeit) an der Startanlage 4E der Luftwaffenbasis Vandenberg in Kalifornien. Als erste Stufe des Trägers wurde "Core 1043" eingesetzt, die Falcon 9-Erststufe, mir der im Januar dieses Jahres der Zuma-Satellit von Northrop Grumman in die Umlaufbahn gebracht wurde. Nach der Mission kehrte "Core 1043" zur Landing Zone 1 in Cape Canaveral (der ehemaligen Startanlage 13) zurück. "Core 1043" ist bereits die zwölfte Falcon 9-Erststufe, die eine zweiten Flug unternimmt.

Bei dieser Mission war nicht vorgesehen, die erste Stufe zu bergen. Die Erststufen der Falcon 9-Varianten Block 4 und davor sind nur für eine einmalige Wiederverwendung vorgesehen. Versucht wurde allerdings erneut die Bergung der Nutzlastverkleidung, was jedoch abermals - und dieses Mal nur sehr knapp - misslang.

Die Startmission war relativ komplex und umfasste drei Brennmanöver der zweiten Stufe und ein Schubprofil, das noch nie zuvor geflogen wurde. Dadurch dauerte die erste Antriebsphase der zweiten Stufe etwa eine Minute länger als sonst, mit einem Brennschluss in einem leicht elliptischen Orbit mit einem Perigäum von 483 Kilometern, einem Apogäum von 505 Kilometern und einer Inklination von 89 Grad. 80 Sekunden nach Beendigung der ersten Antriebsphase wurden die beiden GRACE-Satelliten ausgesetzt. 45 Minuten und 22 Sekunden später führte die Stufe eine zweite Zündung durch. Die dauerte nur acht Sekunden. Danach hatte die Orbitaleinheit, bestehend aus zweiter Stufe und Satellit, eine Umlaufbahn mit einem Perigäum von 493 Kilometern, einem Apogäum von 720 Kilometern und eine Bahnneigung zum Äquator von 86,71 Grad erreicht. Acht Minuten und 45 Sekunden nach dem zweiten Brennschluss wurde der erste der fünf Iridium-Satelliten abgesetzt. Die weiteren vier Einheiten folgten in Abständen von jeweils 80 Sekunden. Wenig später führte die zweite Stufe ein drittes Brennmanöver durch, mit der sie sich selbst wieder aus dem Orbit beförderte.

Die "Gravity Recovery and Climate Experiment Follow-On" (GRACE-Follow on) Mission besteht aus zwei identischen Raumfahrzeugen, die in einem extrem genau eingehaltenen Abstand von 220 Kilometern Entfernung zueinander fliegen werden. Die Raumfahrzeuge können kleinste Schwankungen des Erdgravitationsfeldes dadurch bestimmen, dass sie die Veränderung des Abstandes zueinander, bewirkt durch Störungen des Gravitationsfeldes,  messen. Die beiden Einheiten wurden von Airbus Defence and Space in Friedrichshafen gebaut. Sie basieren auf derselben Plattform (Flexbus), die auch schon für die ursprünglichen GRACE-Satelliten verwendet wurde, die im Jahre 2002 starteten. Jeder der beiden Satelliten ist trapezförmig, an der schmalsten Stelle 70 Zentimeter breit, an der weitesten 1,9 Meter, 3,1 Meter lang und 78 Zentimeter hoch. Jeder der beiden Satelliten wiegt 600 Kilogramm.

Die fünf Iridium-Satelliten bringen pro Stück ein Gewicht von 860 Kilogramm auf die Waage. Sie werden in einer Höhe von 780 Kilometern stationiert. 66 Satelliten werden mindestens benötigt, um eine vollständigen und permanenten Dienst zu gewährleisten. Die Iridium NEXT-Satelliten wurden von Thales Alenia Space auf der Basis des ELiTeBus-1000 gebaut. Sie sind mit L-Band und Ka-Band Transpondern ausgerüstet um die Kommunikation mit den Kunden, mit den anderen Satelliten der Konstellation und den Bodenstationen zu bewerkstelligen. Sie sind für eine Lebensdauer von mindestens zehn Jahren ausgelegt. Alle Satelliten der Iridium NEXT-Konstellation wurden von SpaceX in den Orbit gebracht.

Bild: Start der Falcon 9 mit den beiden GRACE Follow-On und den fünf Iridium NEXT-Satelliten; Credit: SpaceX