Nach einer Einsatzpause von sechs Monaten führte die russische Proton-M am 19. April wieder einen Einsatz durch. Dabei wurde der militärische Kommunikationssatellit Blagovest 12L direkt in eine geostationäre Umlaufbahn transportiert. Der Start erfolgte vom in Kasachstan gelegenen russischen Weltraumbahnhof Baikonur. Die Proton-M typische Aufstiegsbahn erfordert eine Abfolge komplexer Bahnmanöver mit insgesamt vier Brennperioden der Oberstufe und einer Dauer von mehr als neun Stunden. In der russischen Militär-Nomenklatur wird das Raumfahrzeug als Kosmos 2526 geführt.

Die Mission begann um 0:12 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 4:12 Uhr kasachischer Ortszeit an der Startanlage 81/24 des Kosmodroms. In Baikonur gibt es derzeit zwei Startanlagen für die Proton. Der aktuelle Start war der 417. Einsatz einer Proton seit dem Erstflug im Jahre 1965. Es war die 104. Mission für eine Proton mit einer Briz-M-Oberstufe. Der Träger wird seit langem von Qualitätsmängeln in der Fertigung geplagt, die immer wieder zu Fehlstarts führten. Deshalb wurde die Rakete in den letzten Jahren zweimal für längere Zeit aus dem aktiven Dienst genommen, um die Prozesse beim Hersteller zu überprüfen.

Blagovest 12L ist das zweite einer neuen Reihe militärischer russischer Kommunikationssatelliten. Die erste Einheit der Reihe trägt die Bezeichnung Blagovest 11L (auch: Kosmos 2520) und war bereits im August letzten Jahres gestartet worden. Gebaut werden die Satelliten von Reschetnew auf der Basis der Ekspress-2000 Plattform. Die Raumfahrzeuge sind mit Transpondern ausgerüstet, die im Ka-Band und im Q-Band senden. Obwohl sie in erster Linie militärische Einheiten sind, sollen Teile ihrer Kapazität dennoch auch privaten Nutzern zur Verfügung stehen. Derzeit sind noch mindestens zwei weitere Einheiten dieser Reihe geplant. Alle vier Satelliten sollen danach paarweise auf 45 Grad, resp. 128 Grad östlicher Länge über dem Äquator stationiert werden.

Bild: Blagovest Satellit wird bei Reschetnew getestet; Credit: Reschetnew