Am 25. Juni brachte Russland mit Pion NKS-01 die erste Einheit einer neuen  Reihe von Marineüberwachungssatelliten in den Orbit. Der Start an Bord einer Trägerrakete des Typs Sojus 2.1b erfolgte vom nordrussischen Weltraumbahnhof Plessezk aus. Die Mission begann um 21:50 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechend 22:50 Uhr Moskauer Zeit) an der Startanlage 43/4 des Raumfahrtzentrums. Knapp zehn Minuten später wurde der Satellit auf einem elliptischen Orbit mit einem Perigäum von 195 Kilometern und einem Apogäum von 499 Kilometern bei einer Bahnneigung zum Äquator von 67 Grad abgesetzt.

Pion NKS wird die US-PM Satelliten (Upravlenniye Sputnik – Passivny Modifikirovanny, oder kurz US-PM) ersetzen, mit denen noch zu Sowjetzeiten Aufgaben der Marineüberwachung wahrgenommen wurden. Sie sind Teil des so genannten Liana-Programmes mit dem seit 1994 die Transformation des sowjetischen Systems von Überwachungssatelliten zu russifizierten und modernisierten Einheiten stattfindet. Dazu gehörte auch, die vom Gewicht her ursprünglich auf die leistungsfähigere ukrainische Zenit-Rakete ausgelegten Satelliten für die kleinere Sojus 2.1b zu modifizieren.

Die Pion-Raumfahrzeuge sind mit aktiven und passiven Überwachungssystemen ausgerüstet. Einer Radio-Abhöranlage, um den Funkverkehr auf den Schiffen zu verfolgen, und einem Radar, um sie auch direkt zu lokalisieren.

Hauptauftragnehmer für das System ist KB Arsenal. Das Raumfahrzeug basiert auf der Yantar-Mehrzweckplattform von TsSKB Progress. Das Gewicht ist unbekannt, dürfte aber bei etwa 6.500 Kilogramm liegen. Es wird erwartet, dass die russischen Streitkräfte dem Satelliten die Bezeichnung Kosmos 2550 geben werden. Alle miltärischen Satelliten der Sowjetiunion und heute Russlands erhalten seit den späten 50iger Jahren diese fortlaufenden Zählnummern, die nichts über den Einsatzweck aussagen, sondern nur, dass der Satellit eine militärische Aufgabe hat.

Bild: Grafik Pion NKS; Quelle: VKS