Am Abend des 31. März brachte Russland das unbemannte Versorgungsschiff Progress MS-2 auf den Weg zur Internationalen Raumstation. Der Flug ist die erste von insgesamt drei für dieses Jahr geplanten Progress-Missionen. Es ist gleichzeitig der zweite unbemannte Raumfrachter, der innerhalb der letzten acht Tage zum Außenposten gesendet wurde. Am 23. März war bereits eine Atlas 5 mit einem Cygnus-Frachter gestartet, der 3,4 Tonnen Versorgungsgüter zur ISS brachte. Progress MS-2 hat 2.425 Kilogramm Fracht an Bord.

Die Startmission erfolgte um 18:24 Uhr mitteleuropäischer Zeit von der Anlage 31/6  des Kosmodroms in Baikonur. Acht Minuten und 46 Sekunden später war ein erster Übergangsorbit erreicht. Bei dem eingesetzten Raumfahrzeug handelt es sich um die zweite Einheit einer neuen Generation des bewährten Progress-Transporters. Sie unterscheidet sich von der älteren Variante hauptsächlich durch die Einführung einer neuen Betriebssoftware und einer neuen Kommunikationsausrüstung. Beide Neuerungen werden zukünftig nicht nur in der Progress-Serie Anwendung finden, sondern auch in den Sojus-Transportern für die bemannten Flüge. Um die neue Ausrüstung zu erproben wird die Progress diesmal nicht einen 6-Stunden-Transfer zur ISS unternehmen, sondern zwei Tage dahin unterwegs sein. Dies gibt den Ingenieuren und Controllern die Möglichkeit zu ausführlichen Tests mit der neuen Technologie.

In der Terminologie der ISS wird das Fahrzeug auch als Progress 63P bezeichnet, weil es das 63. Progress-Raumfahrzeug ist, das zur Versorgung der Internationalen Raumstation eingesetzt wird. Insgesamt waren aber 65 Progress-Raumfahrzeuge zur ISS unterwegs. Zwei wurden jedoch nicht als Versorgungsflüge gezählt, weil sie Hardware für den Aufbau der Station transportierten und somit als "Montagemission" gezählt wurden. Alles in allem ist es schon die 154. Progress-Mission, seitdem die erste Einheit dieser Serie für die Versorgung der Raumstation Saljut 6 eingesetzt wurde. Zwei der 65 Flüge zur ISS endeten übrigens als Fehlschlag, nämlich Progress 44 im August 2011 und Progress 59 im April 2015.

Unter den gut 2,4 Tonnen Fracht an Bord der Progress befinden sich, wie schon kürzlich beim Cygnus-Start, größere Mengen an Nahrungsmittelrationen und Hygieneartikel. Es sind aber auch Experimente, Werkzeuge, medizinische Artikel und Ausrüstungsgegenstände wie Rauchmelder, Filter, Batterien und Kohlenmonoxid-Sensoren an Bord. Außerdem noch 420 Liter Frischwasser, 47 Kilogramm Sauerstoff und ein kleiner Satellit, der bei einem zukünftigen Außenbordmaöver von den russischen Kosmonauten von Hand freigegeben werden soll. Ein besonders wichtiger "Artikel" ist Treibstoff. Insgesamt sollen 540 Kilogramm von der Progress in das Svesda-Modul der ISS transferiert werden.

Nachtrag: An eben diesem Modul legte Progress MS-2 nach einem problemlosen Transfer auch am 2. April um 19:58 Uhr mitteleuropäischer Zeit an.

Bild: Mit diesem Zug wurde die unbetankte Sojus 2.1a zur Startanlage 31 transportiert.

Credit: Roskosmos