Der europäisch/amerikanische Umweltforschungssatellit Jason-3 wurde am 17. Januar bei einem perfekten Start von einer SpaceX Falcon 9 v1.1 exakt auf der vorgesehenen Bahn abgesetzt. Die Mission begann an der Luftwaffenbasis Vandenberg in dichtem Nebel um 19:42 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startanlage 3E und endete 55 Minuten später nach dem zweiten Brennmanöver der Oberstufe mit dem Absetzen des Raumfahrzeugs. Der Versuch der Bergung der ersten Stufe war dagegen nicht erfolgreich.

Bei der Nutzlast handelt es sich um den dritten Satelliten der Jason-Reihe, mit der die Topografie der Weltmeere erforscht wird. Es ist dies einem Gemeinschaftsprojekt zwischen NOAA (US National Oceanic and Atmospheric Administration) und NASA in den USA und EUMETSAT und CNES in Europa. Jason 3 wurde von Thales Alenia Space auf Basis der Proteus-Satellitenplattform gebaut. Das Raumfahrzeug wiegt 510 Kilogramm und soll mindestens drei Jahre lang Dienst tun. Die Lebensdauer der bisherigen Jason-Satelliten geht aber deutlich über diese Mindestlebensdauer hinaus. Jason 1 beispielsweise ist seit elfeinhalb Jahren im Dienst, Jason 2 seit siebeneinhalb Jahren.

Bei der am 17. Januar eingesetzten Rakete handelte es sich um die letzte Falcon 9 in der v1.1-Konfiguration flog. Bereits die Orbcom-Mission im Dezember und auch alle künftigen Flüge werden mit der " Falcon 9 FT" ("FT" = "Full Thrust".) stattfinden, die über leistungsstärkere Triebwerke und eine verlängerte zweite Stufe verfügt, und mit Treibstoffen fliegt, die nahe am jeweiligen Gefrierpunkt sind, um mehr davon an Bord nehmen zu können.

Auch Teil 2 der Mission, die Landung der ersten Stufe der Falcon 9 auf dem unbemannten Barke "Just read the instructions", verlief bis zum Aufsetzen perfekt. Beim Ausklappen der Landebeine unmittelbar vor dem Aufsetzen hatte sich aber eines der vier Landebeine nicht verriegelt, und die bereits mehrere Sekunden auf dem Deck stehende Stufe kippte schließlich um. Immerhin war es die bis dato beste Landung (bei insgesamt drei Versuchen) auf dem Schiff. Das Aufsetzen erfolgte genau vertikal und die Abweichung vom Zentrum des Landekreises betrug nur 1,5 Meter.

Elon Musk meinte danach, dass das Versagen der Verriegelung wahrscheinlich auf den dichten Nebel beim Start zurückzuführen ist, der das Schloss vereisen ließ. Generell sind Landungen auf der kleinen und schwankenden Fläche des Bergungsschiffes schwieriger, als Landungen auf dem Land, denn hier kommen die Stampf- und Drehbewegungen dazu, die durch den Wellengang ausgelöst werden. Eine Landung auf dem Festland gelang SpaceX bei der Startmission für Orbcom erst vor einigen Wochen in Cape Canaveral.

Das geringe Nutzlastgewicht bei dieser Mission hätte an sich auch eine Rückkehr zur Luftwaffenbasis Vandenberg ohne weiteres möglich gemacht. Es lag in diesem Fall aber keine Erlaubnis seitens der Luftwaffe dafür vor. Es ist aber anzunehmen, dass der Booster auch bei einer Landung auf dem Land umgekippt wäre.

Landungen auf dem Schiff sind auch zukünftig nicht zu umgehen, denn nur bei so genannten "Niedrigenergie-Missionen" kann der Booster zum Startplatz zurückkehren. Sobald aber die Trenngeschwindigkeit von erster und zweiter Stufe etwa 6.000 Kilometer pro Stunde übersteigt muss die Landung in der Verlängerung des Flugweges der Rakete erfolgen. Mit der unbemannten Bergungsbarke sollen daher zukünftig alle Erststufen geborgen werden, die bei Hochenergiemissionen eingesetzt werden, bei denen die Trennung bei Geschwindigkeiten von bis zu 9.000 Kilometern pro Stunde erfolgt.