Bei der 17. chinesischen Orbitalmission des Jahres 2015 brachte eine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 3B/G2 am 9. Dezember den militärischen Kommunikationssatelliten ChinaSat 1C (Zhongxing-1C) in eine geostationäre Transferbahn. Dies ist ein erneuter Beleg für die unauffällige aber stetige Zunahme der Weltraumaktivitäten Chinas. Dafür spricht auch, dass der aktuelle Start heuer bereits der siebte Einsatz einer Variante der Langer Marsch 3B-Rakete ist, des derzeit stärksten verfügbaren chinesischen Trägers. Eine achte Mission ist noch für den Dezember geplant. Bislang fanden in einem Kalenderjahr nie mehr als maximal fünf Starts mit der Langer Marsch 3B statt.

Die Mission begann um 17:46 Uhr mitteleuropäischer Zeit am zentralchinesischen Weltraumbahnhof Xichang. 26 Minuten nach dem Liftoff gab die mit flüssigem Wasserstoff und flüssigem Sauerstoff betriebene G2-Oberstufe das Raumfahrzeug frei, das sich nun mit dem Bordantrieb in den nächsten Wochen auf seine endgültige Umlaufbahn begeben wird.

Wie üblich bei militärischen Missionen hält sich China mit Aussagen über den Satelliten bedeckt. US STRATCOM verzeichnete das Objekt auf einer Bahn mit einem Perigäum von 177 Kilometern, einem Apogäum von 35.816 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 27,09 Grad. Das sind typische Werte für geostationäre Übergangsbahnen von Xichang aus.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit basiert das Raumfahrzeug auf der modernen chinesischen Kommunikationsplattform DFH-4. Er dürfte der taktischen Kommunikation der chinesischen Streitkräfte dienen, und somit ein High-Power-Mehrzwecksatellit für Direktübertragung von Bild- und Tonmaterial, Datenrelay und Mobile Kommunikation sein. Die Startmasse kann, entsprechend der Leistung des Trägers, mehr als fünf Tonnen aufweisen. Die Solargeneratoren dürften etwa 10,5 Kilowatt an elektrischer Leistung zur Verfügung stellen.